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Tarifstreit in der Metallindustrie:Arbeitgeber wollen drei Prozent mehr Geld zahlen

6,5 Prozent mehr Lohn, eine Übernahmegarantie für Auszubildende und mehr Mitsprache bei der Zeitarbeit - das sind die Forderungen der IG Metall. Jetzt haben die Arbeitgeber ein erstes Angebot vorgelegt und eine Erhöhung um drei Prozent angeboten. Die Gewerkschaften drohen trotzdem mit Streiks.

In den Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie kommt Bewegung: Die Arbeitgeber haben jetzt ein erstes Angebot vorgelegt. Sie wollen bei einer Laufzeit von 14 Monaten drei Prozent mehr Geld zahlen.

Die Arbeitgeber hätten damit ein attraktives Entgeltangebot vorgelegt, das eine faire Beteiligung an der wirtschaftlichen Entwicklung darstelle, sagte der Verhandlungsführer der nordrhein-westfälischen Metall-Arbeitgeber, Horst-Werner Maier-Hunke, bei Gesprächen mit der IG Metall in Köln.

Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen hat das Arbeitgeberangebot bereits als zu niedrig abgelehnt. "Das ist kein Lösungsvorschlag", sagte IG-Metall-Bezirkschef Oliver Burkhard. Er gehe nun von Warnstreiks aus, nachdem Ende April die Friedenspflicht abläuft.

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche 6,5 Prozent mehr Geld. Zudem sollen die Auszubildenden unbefristet übernommen werden, und die Betriebsräte sollen beim Einsatz von Zeitarbeitskräften in den Unternehmen mitbestimmen dürfen.

Erweiterte Mitbestimmungsrechte bei der Zeitarbeit lehnen die Arbeitgeber ab. Bei der Übernahme von Auszubildenden wollen die Arbeitgeber an der bisherigen Regelung festhalten, die zunächst eine Übernahmepflicht von zwölf Monaten vorsieht. Nur in der Lohnfrage gab es eine eindeutige Offerte an die Gewerkschaft.

Vor den Verhandlungen hatte die Gewerkschaft bereits Streiks angedroht, für den Fall, dass die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen würden. "Vom 28. April an führt die Strecke über Warnstreiks in Richtung Streik, wenn es denn sein muss", sagte Verhandlungsleiter Burkhard.

Ein Angebot müsse eine "Grundlage für die Debatte und keine Ohrfeige für die Beschäftigten sein", so der Gewerkschafter. Andernfalls drohe im Mai ein "Riesenkrach". Die Forderung nach mehr Geld sei gerecht und auch finanzierbar, die Branche befinde sich in einer starken Verfassung. Hunderte Gewerkschafter hatten während der Gespräche vor dem Tagungsgebäude demonstiert, um ihre Forderung zu bekäftigen.

© dpa/Reuters/olkl/afis

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