Tarifstreit Geldkuriere bekommen mehr Gehalt - und stoppen Streiks

Die Fahrer von Geldtransporter bekommen künftig mehr Gehalt - und nehmen ihre Arbeit nach mancherorts dreitätigen Streiks wieder auf.

(Foto: dpa)

Die Gewerkschaft Verdi hatte für Geldboten und Geldzähler deutlich mehr Gehalt gefordert - unter anderem weil der Job so gefährlich sei.

Etwa 12 000 Beschäftigte der Geld- und Wert-Branche, also Fahrer von Geldtransportern, Geldzähler und Vorbereiter für Geldtransporte, bekommen künftig mehr Gehalt. Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber haben sich rückwirkend zum 1. Januar auf einen neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren geeinigt.

Demnach erhalten die Arbeitnehmer in zwei Stufen zwischen 7,7 und 17,1 Prozent mehr Gehalt. Die Gewerkschaft hatte die Forderung nach höheren Löhnen unter anderem damit begründet, dass der Job als Geldbote recht gefährlich sei und die "Angst immer mitfahre". "Mit diesen Erhöhungen gehen wir weit über die 'Schmerzgrenze' hinaus", sagte Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). Im Interesse der Kunden und der Verbraucher habe man ein schnelles Ende der dreitägigen Warnstreiks erreichen wollen.

Seit Mittwoch hatten die Geldtransporter-Fahrer und Geldzähler gestreikt und damit Druck auf ihre Arbeitgeber ausgeübt. Zwar hielten sich die Auswirkungen auf die Bargeldversorgung in Grenzen, da sowohl Banken als auch Geschäfte im Vorfeld ausreichend Bargeld-Reserven angelegt hatten. Bei einer Fortsetzung der Streiks hatte der Handel jedoch empfindliche Einschränkungen befürchtet.

Damit die Beschäftigten auch wirklich mehr Geld erhalten, müssen die Arbeitgeber zunächst noch über die Annahme des Tarifergebnisses abstimmen. Das soll am 21. Januar in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung geschehen. Arbeitgeber und Gewerkschaft haben eine dreiwöchige Erklärungsfrist bis zum 24. Januar vereinbart, um die Tarifeinigung endgültig anzunehmen.

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