Tarifkonflikt:Lufthansa-Piloten streiken auch am Samstag

  • Die Piloten von Lufthansa weiten ihren bisher dreitägigen Ausstand auf Samstag aus.
  • Nachdem am Freitag die Kurzstrecken betreikt werden, musste die Lufthansa für Samstag 88 Interkontinentalflüge streichen. Insgesamt sollen 137 Flüge ausfallen.
  • Kern des Konflikts sind nicht die Gehälter, sondern der Aufbau der Billigsparte Eurowings.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) weitet ihren Streik bei der Lufthansa auf Samstag aus. Das jüngste Tarifangebot der Lufthansa wurde abgelehnt. Das teilte die Gewerkschaft mit. An den Streiktagen müssen sich Passagiere auf massive Einschränkungen und Ausfälle einstellen. Die Lufthansa teilte mit, dass sie für diesen Samstag 137 Flüge mit insgesamt etwa 30 000 Fluggästen abgesagt habe. Darunter seien 88 Interkontinentalflüge.

20 Prozent höhere Gehälter

Die Besatzungen fordern um rund 20 Prozent höhere Gehälter, das Unternehmen bietet allerdings lediglich 2,5 Prozent. Die Piloten begründen die hohe Forderung damit, dass der Gehaltstarifvertrag seit fünf Jahren offen ist und sie deswegen in dieser Zeit nicht mehr Geld bekommen haben. Allerdings steigt das Gehalt jedes Lufthansa-Piloten automatisch jedes Jahr um drei Prozent, wenn dieser in die nächste Senioritätsstufe vorrückt.

Am Dienstagabend war Lufthansa mit dem Versuch gescheitert, die Streiks per einstweiliger Verfügung gerichtlich stoppen zu lassen.

Passagiere haben Anspruch darauf, von der Fluggesellschaft betreut zu werden. Lufthansa muss auch Hotelzimmer bereit stellen, sollte sie Fluggäste am Mittwoch nicht mehr befördern können. Bei Kurzstreckenflügen sind ab einer Verspätung von zwei Stunden Leistungen wie Getränke und Essen fällig, auch Telefonate muss die Airline ermöglichen. Wer Ausgaben vorstreckt, muss anschließend Belege einreichen, um sein Geld zurückzuerhalten.

Der Union-Fraktionsvize im Bundestag, Michael Fuchs, forderte unterdessen ein Gesetz zur Zwangsschlichtung. "Es kann nicht sein, dass ein paar Piloten immer wieder Hunderttausende in Geiselhaft nehmen", sagte er der Bild-Zeitung. Cockpit wies den Vorstoß zurück. Die Politik fange immer an, von einer Zwangsschlichtung zu reden, wenn es wieder Streiks gebe, sagte Handwerg.

© SZ.de/dpa/hatr/vd
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