Journalistengewerkschaften und Zeitungsverleger haben sich auf Einkommenserhöhungen für Beschäftigte von Tageszeitungen geeinigt. Bis 2027 sollen die Gehälter von festangestellten Redakteurinnen und Redakteuren in drei Stufen um durchschnittlich insgesamt 10,5 Prozent zulegen, wie Verdi und der Deutsche Journalistenverband (DJV) mitteilten. „Nach Jahren der Reallohnverluste war es höchste Zeit für eine spürbare Korrektur“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.
Die Gewerkschaften hatten im Laufe der Tarifverhandlungen immer wieder auf Kaufkraftverluste infolge der Inflation der vergangenen Jahre hingewiesen. Tatsächlich ist die Lohnentwicklung im Journalismus im Vergleich zu anderen Branchen unterdurchschnittlich. Schon seit vielen Jahren gleichen die Tarifabschlüsse in der Zeitungsbranche die Reallohnverluste durch die Inflation nicht aus.
Das nun ausgehandelte Ergebnis sieht vor, dass im laufenden Jahr die Gehälter einheitlich um 190 Euro monatlich (rückwirkend ab März um 100 Euro und ab Mai um weitere 90 Euro) steigen. Nächstes Jahr im März gibt es eine weitere Erhöhung um drei Prozent und von Februar 2027 an noch einmal einen Festbetrag von 110 Euro. Die Laufzeit des neuen Gehaltstarifvertrages beträgt drei Jahre bis Dezember 2027 und beginnt rückwirkend ab dem vergangenen Januar.
Die Einigung erfolgte in der zehnten Verhandlungsrunde. Zuletzt hatte es immer wieder Warnstreiks gegeben, an denen sich Verdi zufolge 36 Verlage und Redaktionen beteiligten. Auch Beschäftigte der Süddeutschen Zeitung hatten immer wieder die Arbeit niedergelegt, zuletzt Anfang vergangener Woche für drei Tage. „Das Ergebnis wäre ohne die Streiks in den Redaktionen vom Norden bis zum Süden nicht erreicht worden“, sagte Christian Wienzeck, Verhandlungsführer des DJV.
Arbeitgeber sehen Zeichen der Wertschätzung
Laut Verdi sollen besonders Berufseinsteiger und Volontäre von der Tarifeinigung profitieren. Für sie seien Gehaltszuwächse von im Schnitt 11,5 bis 16 Prozent vorgesehen. „Nach langen und nicht einfachen Gesprächen bedeutet dieser Abschluss Bewegung auf beiden Seiten“, sagte Georg Wallraf, Verhandlungsführer für den Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV). Der Abschluss sei ein klares Zeichen der Wertschätzung an die Redaktionen.
Wie der DJV weiter mitteilte, haben die beiden Gewerkschaften und BDZV „weitere Gespräche zur Aktualisierung der Urheberrechtsklausel und zum Einsatz von KI in Tageszeitungsredaktionen vereinbart“.

