Geldanlage:ING eröffnet den Wettbewerb um Spareinlagen

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Banken: Logo der  ING

Der Bankkonzern ING will in Deutschland bald wieder Zinsen zahlen.

(Foto: Michael Gstettenbauer/Imago)

Die deutsche Tochter der niederländischen Großbank zahlt ihren Kunden bald wieder Zinsen auf Tagesgeld. Auch die Deutsche Bank kündigt höhere Zinsen an.

Von Meike Schreiber, Frankfurt

Die höheren Leitzinsen kommen nun auch den Sparern zugute: Vom 6. Dezember an will die Deutschlandtochter der niederländischen ING ohne Bedingungen wieder 0,3 Prozent Zinsen auf das Tagesgeld bezahlen, kündigte das Institut am Donnerstag an. Die Bank habe bereits das Verwahrentgelt gestrichen und begonnen, Zinsen auf den Sparbrief zu zahlen. "Nun bringen wir auch die Tagesgeldzinsen für alle zurück", sagte ING-Deutschlandchef Nick Jue. Die deutsche Tochter der ING war eine der ersten Banken in Deutschland, die nach der Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) ihren Privatkunden wieder Zinsen versprochen hatte.

Auch die Deutsche Bank kündigte höhere Zinsen für Kundeneinlagen an. "Wir haben bei der Deutschen Bank vor ein paar Wochen begonnen, die Einlagenzinsen für unsere Kunden zu erhöhen", sagte der Chef des deutschen Privatkundengeschäfts, Lars Stoy, der FAZ. "Ich gehe aber davon aus, dass im kommenden Jahr weitere Schritte folgen werden, sowohl bei der Marke Deutsche Bank als auch der Postbank". Der Wettbewerb der Banken um Einlagen werde wieder zunehmen. "Wir denken auch bereits über Einlagenkampagnen nach". Die Zinswende wirke sich auf die Erträge der Deutschen Bank aus. "Wir werden in den nächsten Jahren auch Margensteigerungen sehen".

Die Ankündigungen dürften Signalwirkung für die ganze Bankenbranche haben. Während andere Geldhäuser wie die Commerzbank noch zurückhaltend sind mit Blick auf höhere Zinsen, will die ING damit nun explizit wieder auf Kundenfang gehen. Unter dem Namen ING-Diba hatte die Bank viele Jahre Kunden mit vergleichsweise hohen Sparzinsen gelockt, was sich im Zinstief dann aber nicht mehr gelohnt hat. Nun wollen die Niederländer an alte Erfolge anknüpfen. "Wir fallen zurück in alte Stärken. Das Kundenwachstum über das Einlagengeschäft ist eine unserer Stärken", sagte Jue. Noch spüre die ING nichts davon, dass die Menschen angesichts hoher Energiekosten nicht mehr so viel sparen können. "Wir haben noch Kunden- und Einlagenwachstum", sagte er.

Bereits seit einigen Monaten vom Tisch sind die Negativzinsen für Guthaben auf dem Konto. Bis Sommer mussten die Banken Negativzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Liquidität bei der Zentralbank parkten und haben diese Kosten teilweise an die Kunden weitergegeben. Unter Verweis auf die Negativzinsen hatten die meisten Banken zudem Kontogebühren eingeführt oder erhöht - darunter auch die ING, nachdem das kostenlose Girokonto lange zum Markenkern gehört hatte. Bei den Gebühren werde sich aber vorerst nichts ändern, so Jue.

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