Peer Schatz, Chef des Biotechnologiekonzerns Qiagen

Russland-Krise, Terrorgefahr, Klimawandel - wo sehen Sie in Zukunft die größte Gefahr für die Wirtschaft?

Je mehr wir die Belastungsgrenzen unseres Planeten ausreizen, desto mehr verknappen wir auch unsere wirtschaftlichen Ressourcen. Dadurch fehlen uns wiederum die Mittel, um die globalen Umweltprobleme zu bewältigen. In dem Teufelskreis sehe ich mittel- und langfristig die größte Gefahr für den globalen Wohlstand.

Europa steckt noch immer in der Krise. Deutschland ist die Ausnahme. Wie geht es mit der Konjunktur im Jahr 2015 weiter?

Die Erholung in den USA wird sich fortsetzen, das zuletzt abgebremste Wachstum in China sich auf einem niedrigeren, aber nach wie vor hohen Niveau einpendeln. Von einer gestärkten globalen Nachfrage bei gleichzeitig anhaltender Euro-Schwäche profitiert natürlich die Exportnation Deutschland, aber auch dem Euroraum insgesamt. Eine kurzfristig steigende Wettbewerbsfähigkeit jedoch darf nicht zu einer Verschiebung notwendiger Strukturreformen führen, denn dies würde Wachstumsaussichten mittelfristig eher dämpfen.

Der Ölpreis fällt weiter. Ein Segen für die Weltwirtschaft und Ihr Unternehmen - oder eher eine Gefahr?

Der niedrige Ölpreis entlastet Verbraucher und Unternehmen und kurbelt den Konsum an. Insofern ist die aktuelle Entwicklung für die Wirtschaft ein Segen - wenn auch mehr für energieintensivere Unternehmen als für High-Tech-Konzerne wie Qiagen. Unwägbarkeiten ergeben sich natürlich auch aus den Spannungen in Ländern, in denen dem Export von Erdöl eine große Bedeutung zukommt.

Bild: Robert Haas 24. Januar 2015, 00:002015-01-24 00:00:35 © SZ.de/bbr