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Gipfel zur Wirtschaft in Berlin:SZ-Führungstreffen im Hotel Adlon beginnt

Gala-Dinner auf dem Führungstreffen Wirtschaft in Berlin, 2012

SZ-Führungstreffen Wirtschaft: Gala-Dinner im vergangenen Jahr im Berliner Hotel Adlon

(Foto: Stephan Rumpf)

Merkel, Letta, Samaras, Draghi: Beim SZ-Führungstreffen Wirtschaft im Berliner Adlon-Hotel diskutieren fast 50 namhafte Redner aus Wirtschaft und Politik über eine gemeinsame Strategie zur europäischen Krise. Im Mittelpunkt steht Italien.

Als Valéry Giscard d'Estaing im vergangenen Jahr seine Vision für das Europa des Jahres 2030 präsentierte, für eine "Währungs-, Haushalts- und Steuerunion", da erhoben sich die 300 Gäste anschließend von ihren Stühlen und applaudierten stehend dem ehemaligen französischen Präsidenten: Was sie zuvor von ihm bei der "Nacht der europäischen Wirtschaft", einem der Höhepunkte des Führungstreffens Wirtschaft der Süddeutschen Zeitung gehört hatten, das war weit mehr als eine normale Rede - es war der historische Rat, ja: das Vermächtnis eines großen Europäers. Denn der 87-jährige Giscard d'Estaing glaubt, allen Zweifeln bei vielen Menschen zum Trotz, immer noch an Europa, immer noch an die Kraft der Gemeinschaft.

An diesem Freitag wird nun der italienische Ministerpräsident Enrico Letta die Dinnerrede bei der "Nacht der europäischen Wirtschaft" halten. Er wird - so viel weiß man - nicht nur über die Reformen sprechen, die er in seinem Land voranbringen will. Sondern er wird auch seinen Plan vorstellen, wie Europa die Schulden- und Finanzkrise endlich überwinden kann. Letta wird - das hat er bei einem Staatsbesuch in der vorigen Woche auf Malta bereits angekündigt - in seiner Grundsatzrede darüber sprechen, wie die Europäer mit einer gemeinsamen Industriepolitik das Wachstum stärken können.

Eröffnungsrede von Angela Merkel

Beim Führungstreffen Wirtschaft wird noch ein weiterer europäischer Regierungschef dabei sein: der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras. Er kommt, ebenso wie Letta, eigens für den SZ-Kongress nach Deutschland und wird am Samstag im Hotel Adlon eine Rede halten und sich danach den Fragen stellen. Samaras wird ebenfalls über die Reformanstrengungen seiner Regierung sprechen - über das, was erreicht wurde, und über das, was noch geplant ist. Auch der Kanzlerin wird er einen Besuch abstatten.

Diese wird - wie schon dreimal in den vergangenen fünf Jahren - den Kongress erneut eröffnen: Angela Merkel kommt am Donnerstag ins Hotel Adlon, ehe sie dann in die Koalitionsverhandlungen entschwindet. Direkt nach ihr redet der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.

Schwerpunktland Italien

Draghi, der sich in seiner Funktion als Notenbankchef eher als Europäer versteht, und Letta sind bei weitem nicht die einzigen Italiener, die in diesem Jahr beim SZ-Wirtschaftskongress vertreten sind. Denn nach Frankreich im vergangenen Jahr, ist Italien das Schwerpunktland. Und so kommen auch die oberste Gewerkschafterin des Landes, Susanna Camusso, der Buchautor und Philosophie-Professor Angelo Bolaffi sowie fünf namhafte Unternehmer ins Hotel Adlon.

Auf dem Podium sitzen: Alberto Bombassei vom Bremsenhersteller Brembo; Enrico Cucchiani von Italiens größter Bank Intesa Sanpaolo; Andrea Illy aus der gleichnamigen Espresso-Dynastie; Mario Moretti Polegato, der Chef des Schuhherstellers Geox; und Luca Garavogli, der in der Öffentlichkeit selten gesehene Chef des Spirituosenherstellers Davide-Campari Milano.

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Insgesamt sprechen beim Führungstreffen Wirtschaft, das von Donnerstag bis Samstag dauert, 48 Referenten - von der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht bis zu EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, von der Internet-Unternehmerin Verena Delius bis zu Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen. Auch der ehemalige Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, wird trotz der laufenden Koalitionsverhandlungen mit dabei sein - und sich am Freitag den Fragen von SZ-Chefredakteur Kurt Kister stellen.