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Suzuki:Scheidung auf japanisch

Suzuki Motor Chairman and CEO Osamu Suzuki is surrounded by media at a news conference in Tokyo

Im Juli hatte der Chef Osamu Suzuki noch gesagt, das Tagesgeschäft seinem Sohn überlassen zu wollen. Davon ist nun nicht mehr die Rede.

(Foto: Issei Kato/Reuters)

Volkswagen war für Osamu Suzuki wie eine Fischgräte, die im Hals stecken geblieben ist. Nun fühlt er sich befreit.

Von Christoph Neidhart, Tokio

Manchmal deutet sich bereits frühzeitig an, dass ein Projekt wohl scheitern wird. Die Zusammenarbeit von Volkswagen und Suzuki mag ein Beispiel dafür sein. Volkswagen und Suzuki würden so gut zusammenpassen, "weil wir die gleiche Sprache sprechen", sagte VW-Chef Martin Winterkorn im Herbst 2009 auf Englisch zu Osamu Suzuki, nachdem sie ihren Kooperationsvertrag unterzeichnet hatten. Der damals 79-jährige Patriarch Suzuki verstand Winterkorn unglücklicherweise nicht - weil er kein Englisch konnte. Ein Übersetzer musste her, doch Suzuki verstand immer noch nicht. VW und Suzuki seien beides Unternehmen, die von Ingenieuren geführt würden, erklärte der VW-Chef unbeirrt weiter. Bald danach redete der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch von Suzuki wie von einer weiteren Marke des VW-Konzerns, so ähnlich klang das auch im VW-Jahresbericht. Osamu Suzuki, der den Konzern aus einer kleinen Motorradfabrik zum zehntgrößten Autohersteller gemacht hatte, war gekränkt. Das Zerwürfnis war nicht mehr zu kitten.

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