Süddeutsche Zeitung

Suisse Secrets:Das sagt die Credit Suisse zu den Suisse-Secrets-Enthüllungen

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Die Schweizer Großbank reagiert mit mehreren Stellungnahmen auf die Vorwürfe.

Die Credit Suisse antwortete auf über 200 Fragen mit mehreren Stellungnahmen, auf einzelne Fragen ging sie nicht ein. Die SZ dokumentiert Auszüge.

Erste Stellungnahme vom 4. Februar:

"Als ein führendes Finanzinstitut mit globalen Aktivitäten ist sich die Credit Suisse sehr bewusst, dass sie gegenüber ihren Kundinnen und Kunden und dem gesamten Finanzsystem in der Verantwortung steht, höchste Verhaltensstandards einzuhalten. Die Credit Suisse hält bei der Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit die geltenden globalen und lokalen Gesetze und Bestimmungen ein. In den letzten Jahren hat die Bank eine Reihe bedeutender Maßnahmen in Einklang mit Finanzreformen in der Schweiz umgesetzt, einschließlich umfassender Investitionen speziell im Bereich Compliance und zur Bekämpfung von Finanzkriminalität. Die Credit Suisse stärkt auch weiterhin über alle Bereiche hinweg ihr Risikomanagement und ihre Kontrollsysteme.

Hinter den medialen Behauptungen steckt offensichtlich eine konzertierte Aktion mit der Absicht, den Schweizer Finanzplatz, der sich seit der globalen Finanzkrise grundlegend gewandelt hat, in Verruf zu bringen. (...) Wie alle Banken, hat die Credit Suisse eine strikte Vertraulichkeits- und Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Kundinnen und Kunden, und wir können zu Behauptungen bezüglich Einzelpersonen, ob Kunden oder nicht, keine Stellung nehmen. Eine detaillierte öffentliche Widerlegung der Anschuldigungen ist daher nicht möglich, wir können aber bestätigen, dass wir sie angemessen erfasst und, wenn nötig, überprüft haben."

Zweite Stellungnahme vom 11. Februar:

"Die Credit Suisse weist die Vorwürfe und Rückschlüsse auf die angeblichen Geschäftspraktiken der Bank entschieden zurück. Die vorgetragenen Sachverhalte sind überwiegend historisch, (...) und die Darstellungen dieser Vorgänge beruhen auf einseitigen, selektiven und aus dem Zusammenhang gerissenen Informationen (...)."

Schreiben der von der Credit Suisse beauftragten Kanzlei Latham & Watkins vom 11. Februar:

"Die Ereignisse, die Sie ansprechen, decken einen Zeitraum über mehrere Jahrzehnte ab (...). In diesem Zeitraum hat sich das Management der Credit Suisse mehrmals geändert, und es gibt keine Hinweise darauf, dass irgendwelche Unternehmensrichtlinien, -praktiken oder die Kultur diese Führungswechsel überdauert haben. Vorkommnisse, die historisch sind, können somit nicht mit der aktuellen Unternehmensführung in Verbindung gebracht werden (...). Die geltenden Compliance-Vorschriften, insbesondere jene für den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, haben sich in diesem Zeitraum beträchtlich weiterentwickelt (...). Das Handeln der Credit Suisse muss somit vor dem regulatorischen Hintergrund der jeweiligen Zeit betrachtet werden und kann nicht nach heutigen Standards beurteilt werden. (...)

Selbst wenn man die Anschuldigungen in ihrer Gesamtheit betrachtet (und die faktischen Ungenauigkeiten, Lücken und den fehlenden Kontext außer Acht lässt), würden sie nur einen kleinen Teil der Geschäftstätigkeit der Credit Suisse betreffen. Es wäre schlichtweg absurd, anzunehmen, dass die Credit Suisse illegale Aktivitäten der von Ihnen in Ihren Anschuldigungen genannten Personen und Unternehmen duldet oder in irgendeiner Weise unterstützt und dadurch sämtliche andere Geschäftsbereiche der Credit Suisse einem erheblichen rechtlichen und rufschädigenden Risiko aussetzen würde. (...) Die Credit Suisse toleriert oder unterstützt Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder andere illegale Handlungen nicht (...) Die Credit Suisse hat (...) in einer großen Anzahl der Fälle (...) entscheidende Maßnahmen ergriffen, und nur ein kleiner Teil der von der Credit Suisse überprüften Konten ist noch aktiv."

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