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Sugarshape in "Höhle der Löwen":"In einem Geschäftsgespräch muss man sehr laut 'Brüste' sagen"

Aus der Not zum Start-up: Sabrina Schönborn (links) und Laura Gollers

(Foto: oh)

Ihr Start-up verkauft BHs in großen Größen und lockt Investoren: Sabrina Schönborn und ihre Schwester Laura Gollers sind gerade in der TV-Show "Höhle der Löwen" aufgetreten.

Frau Gollers, Frau Schönborn, am Dienstagabend waren Sie in der "Höhle der Löwen", einer Fernsehsendung, in der Start-ups Geld von Investoren bekommen können. Wie ist es gelaufen?

Sabrina Schönborn: Unser Pitch hat gut geklappt und wir haben gleich von zwei Investoren ein Angebot erhalten. Eigentlich wollten wir für ein Investment von 500 000 Euro nur zehn Prozent Unternehmensanteile abgeben, aber die beiden wollten jeder zehn Prozent. Da mussten wir uns erst einmal beraten. Weil die beiden Löwen versprochen hatten, nicht nur ihr Kapital, sondern ihre Arbeitskraft, Teams und Kontakte einzubringen, haben wir den Deal angenommen.

Sind Sie zufrieden?

Laura Gollers: Wir waren sehr glücklich, als wir die Aufzeichnung so gut überstanden hatten. Das war ein ganz schöner Adrenalinkick. Besonders stolz waren wir über die Begeisterung von Judith Williams. Sie war ja die Einzige in der Runde, die unser Konzept als Frau und Mode-Expertin bewerten konnte. Uns war klar, dass keiner der Herren investieren würde, wenn Judith gesagt hätte, dass die Frauenwelt das nicht braucht.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee für BHs in großen Größen gekommen?

Schönborn: Weil wir früher selbst keine passenden BHs gefunden haben. Beim Shoppen wurde uns geraten, ins Sanitätshaus zu gehen oder es auf der Reeperbahn zu probieren. Das ist als 18-Jährige nicht so toll. Es gab nur fleischfarbene Brustpanzer. Oder Minimizer. Allein das Wort, Minimizer! Frauen wird ständig gesagt: Das muss kleiner seien, das größer, das dicker, das dünner.

Aber es gibt ja auch BHs für größere Größen. Geben deutsche Frauen einfach nur nicht genug Geld aus?

Schönborn: Nicht alle. Bei großen Größen kann es außerdem ziemlich teuer werden. Viele Anbieter verlangen dafür 120 Euro. Sie können das, weil die Frauen so verzweifelt sind. Bei uns sind es 50 bis 65 Euro, ganz gleich in welcher Größe.

Gollers: Wir wollen keiner Frau das Gefühl geben, sie würde nicht der Norm entsprechen und muss deshalb einen Aufpreis zahlen.

Aber ist die Zielgruppe "Frau mit großen Brüsten" nicht ziemlich klein?

Schönborn: Nein. Mittlerweile haben wir auf Grund der großen Nachfrage unsere Zielgruppe erweitert und bieten mehr als 50 verschiedene BH-Größen an. Von Unterbrustgröße 65 bis 105 und Cup A bis I ist alles dabei, so dass nun auch Frauen mit kleinerer Oberweite oder fülligere Frauen bei uns einen BH finden. Außerdem tragen 80 Prozent aller Frauen die falsche BH-Größe, weil sie falsch beraten wurden oder nicht die richtige finden.