Steve Jobs:210 000 Euro für die Jesuslatschen vom Tech-Messias

Lesezeit: 2 min

Steve Jobs: undefined
(Foto: Uncredited/Julien's Auctions/dpa)

Apple-Mitgründer Steve Jobs hatte ein ganz besonderes Verhältnis zu seinen Birkenstocks. Nun wurden sie für eine unglaubliche Summe versteigert. Was ist da los?

Von Johannes Korsche

Es sei ein Zeichen, sagen sie, heben die Sandale vom sandigen Boden auf und recken sie in den Himmel. Ein Zeichen des Messias, ist sich ein Jünger sicher. Ein anderer will fortan nur noch eine Sandale tragen, nun da der Meister dieses Beispiel gegeben hat. Selten wurde eine Sandale mehr verehrt als in dem Filmklassiker "Das Leben des Brian" von Monty Python, der dem Leben eines unwilligen Messias folgt.

Doch nach der Neuigkeit, die das amerikanische Auktionshaus Julien's verkündete, gibt es eine neue Sandale, die auf dem Birkenstock-Olymp thront. Es ist die vielleicht teuerste der Welt: 218 750 Dollar (umgerechnet etwa 210 000 Euro) waren diese braunen, durchgelatschten Birkenstock-Sandalen einem Bieter wert. Was weniger an der zweifelhaften Schönheit der Schuhe liegt, sondern vielmehr daran, wer einst in das Fußbett schweißelte: Steve Jobs.

Dem Apple-Mitgründer wird ohnehin ein besonderes Verhältnis zu Birkenstock-Sandalen nachgesagt. Die Birkenstocks, Modell Arizona, seien "Teil seiner Uniform" gewesen, berichtete die modebewusste Vogue schon vor fünf Jahren. Fasziniert von Form und Material, habe Jobs alles über die Schuhe herausfinden wollen, heißt es da. In Deutschland genießen die Birkenstock-Schuhe von jeher eher ein besonderes Image. Die Zielgruppe: irgendwo zwischen Mathelehrer und Freizeitimker. Der Rufname: Jesus-Latschen. Und da schließt sich der Kreis zu Steve Jobs, der von manchen ja ähnlich verehrt wird wie Brian im Film der Monty Pythons.

Als Jobs 1976 Apple aufbaute, habe er die Sandalen getragen

Das nun versteigerte Paar habe der Tech-Messias vor allem in den 70er- und 80er-Jahren getragen, erfährt man auf der Seite des Auktionsgeschäfts. Es steht da wohl als wertsteigerndes Argument. Auch dass Jobs in entscheidenden Momenten der Firmengeschäfte just dieses Paar an den Füßen trug, musste bei der Versteigerung erwähnt werden. Jobs habe 1976, als er Apple mit Steve Wozniak in einer Garage in Los Altos aufgebaut hat, diese Sandalen "gelegentlich" getragen, heißt es da. Grund genug übrigens, die Birkenstocks in der Vergangenheit schon mehrfach in einem Museum auszustellen. Unter anderem im Landesmuseum Stuttgart. Sicher auch ein wertsteigerndes Argument.

Neben der Aura des Meisters, die sich der Käufer wahrscheinlich in den Birkenstocks erhofft, könnte noch ein anderer Fakt den Preis getrieben haben. Die Schuhe aus Linz am Rhein sind gerade extrem nachgefragt. So sehr, dass die New York Times dem "hot-ticket item" (frei übersetzt: dem letzten Schrei) kürzlich einen Text widmete. Der Trend kommt natürlich aus den sozialen Medien, wo die Schuhe gefeiert werden. Die Folge: Einzelne Modelle seien in den Schuhläden ausverkauft und nur noch auf Ebay zu bekommen. Schnell mal zum doppelten Preis. Die New York Times hat sogar mit einer 27-Jährigen gesprochen, die für ihr Paar Birkenstock 330 Dollar (um die 315 Euro) gezahlt hat. Wohlgemerkt für Schuhe, die von keinem Promi je getragen worden sind. Vielleicht wollte der Käufer von Jobs' Sandale also einfach nur endlich ein Paar Birkenstocks.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusMeinungImmobilien
:Muss Erben teurer werden?

Vom 1. Januar an werden Immobilien beim Verschenken und Vererben viel höher bewertet. Dadurch steigt die Steuer stark. Was spricht dafür, was dagegen?

Lesen Sie mehr zum Thema