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Studie:Junge für Grundeinkommen

Die Befürworter sind zudem eher hochgebildet und verdienen wenig.

Die Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens sind tendenziell jung, hochgebildet und verdienen wenig. Das geht aus einer Studie hervor, die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin vorgestellt haben. Demnach wurde erstmals untersucht, wie populär die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens hierzulande ist und wie dessen Anhänger charakterisiert werden können.

Der Studie zufolge befürworten zwischen 45 und 52 Prozent der Bevölkerung die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Dieser Anteil sei seit 2016 relativ konstant, hieß es. Die Zustimmung nimmt mit zunehmendem Alter ab. Am populärsten ist das Grundeinkommens bei Personen, die jünger sind als 25 Jahre, also bei der sogenannten Generation Z. Menschen, die älter als 65 Jahre sind, stehen dem Grundeinkommen hingegen eher ablehnend gegenüber.

Befürworter seien eher in jüngeren Altersgruppen anzutreffen, schreiben die Autoren. Sie wiesen höhere Bildungsabschlüsse auf und verfügten über niedrige Haushaltseinkommen. Zudem sind den Angaben zufolge Menschen, die sich politisch links einordnen würden, eher Anhänger der Grundeinkommens-Bewegung. Zwischen den Geschlechtern hingegen gibt es praktisch keine Unterschiede. Frauen sind der Idee gegenüber zwar ein klein wenig aufgeschlossener, aber der Unterschied ist statistisch kaum signifikant.

Die Analysen zeigen auch, dass die Idee des BEG in Ostdeutschland weit besser ankommt als im Westen. Unter den ostdeutschen Befragten befürworteten 61 Prozent ein Grundeinkommen, während es in Westdeutschland nur 50 Prozent waren. Die Forscher des DIW haben für die Untersuchung die Ergebnisse zweier großer Befragungen berücksichtigt: Neben der European Social Survey (ESS) sind auch zwei Stichproben des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) in die Berechnungen eingeflossen.

"Die Zustimmungswerte sind nicht gleichzusetzen mit einer Zustimmung für die Einführung einer solchen Reform", gab SOEP-Mitarbeiterin Jule Adriaans zu bedenken. Den Befragten lagen nämlich keine Informationen über die mögliche Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens vor - insbesondere nicht dazu, welche andere Leistungen gekürzt oder Steuern erhoben werden müssten, um ein BEG zu finanzieren.

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