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Studie:Auch WG-Zimmer werden immer teurer

Studenten suchen Wohnung

WG-Zimmer sind gerade jetzt zu Semesterbeginn sehr gefragt.

(Foto: dpa)
  • Die durchschnittliche Warmmiete für ein unmöbliertes WG-Zimmer ist in den vergangenen sechs Jahren von 287 Euro auf 372 Euro gestiegen.
  • Besonders teuer sind WG-Zimmer in München, Frankfurt und Stuttgart, deutlich günstiger sind Hochschulstandorte in Ostdeutschland.

Es ist günstiger als ein Single-Appartement, man ist nicht allein zu Hause und findet im Notfall etwas Essbares im Kühlschrank: Wohngemeinschaften sind beliebt, besonders unter Studenten. Doch auch in einer WG zu leben, kostet immer mehr Geld. Das zeigt jetzt eine Analyse des Berliner Forschungsinstituts Empirica.

Demnach ist die durchschnittliche Warmmiete für ein unmöbliertes WG-Zimmer vom Sommersemester 2012 bis 2018 von 287 Euro auf 372 Euro pro Monat gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von etwa 30 Prozent. Die Untersuchung beruht auf mehr als 100 000 Mietinseraten für Zimmer in einer Wohngemeinschaft in mehr als 120 untersuchten Städten.

Wie viel für eine Bleibe in einer WG fällig ist, hängt jedoch extrem vom Standort der Universität ab. Das Ranking führt - wenig überraschend - München an, der teuersten Stadt für Studenten in Deutschland, gefolgt von Frankfurt, Stuttgart und Hamburg. In der bayerischen Landeshauptstadt betrug der Standardpreis für ein unmöbliertes Zimmer zum Beginn des Sommersemesters 2018 bereits 550 Euro; gemeint ist damit der mittlere Preis, der genau bei der Hälfte aller Preisangebote liegt, nicht der Durchschnitt (Grafik). Im obersten Preisviertel gibt es ein WG-Zimmer in München sogar erst ab 655 Euro.

Deutlich günstiger sind die Hochschulstandorte in Ostdeutschland. In Chemnitz liegt der Standardpreis für ein WG-Zimmer bei 225 Euro, in Magdeburg bei 245 Euro. Aber auch in den neuen Bundesländern sind die Mietpreise in den vergangenen sechs Jahren deutlich stärker gestiegen als die allgemeinen Lebenhaltungskosten. Das könnte nach den Analysen von Empirica vorerst so weitergehen. Die Mieten für Neubauten steigen jedenfalls weiter. Verglichen mit dem ersten Quartal 2017 haben sich die Mietpreise bis Ende März 2018 bundesweit um 3,1 Prozent erhöht. Auch in den ersten drei Monaten des neuen Jahres legten die Preise weiter zu. Seit 2004 sind die Neubaumieten nach Angaben des Forschungsinstituts deutschlandweit um 29,9 Prozent gestiegen, in den kreisfreien Städten um mehr als 38 Prozent, in den Landkreisen um gut 25 Prozent.

Die zehn teuersten Städte für Mieter, die einen Neubau beziehen, sind laut Empirica München, Frankfurt und Stuttgart. Danach kommt die Unistadt Freiburg, gefolgt von Mainz, Ingolstadt, Hamburg, Berlin, der Studentenhochburg Heidelberg sowie Wiesbaden.

© SZ vom 13.04.2018/vit

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