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Stromnetz:Bund prüft Einstieg bei Tennet

Angesichts notwendiger umfangreicher Investitionen ins deutsche Stromnetz prüft die Bundesregierung eine Beteiligung am wichtigen Betreiber Tennet. Eine mit der niederländischen Regierung geschlossene Absichtserklärung sieht ein gemeinsames Vorgehen vor, um die Kapitalbasis von Tennet zu stärken. Dabei sollen auch Optionen bezüglich Investitionen und Beteiligungen seitens Deutschlands und der Niederlande untersucht werden, wie das Bundesfinanz- sowie Wirtschaftsministerium am Dienstag mitteilten. Die Muttergesellschaft des Netzbetreibers, die Tennet Holding, gehört dem niederländischen Staat.

Die Erklärung bedeutet noch nicht, dass Deutschland tatsächlich Anteile der Tennet Deutschland erwirbt. Tennet ist der größte deutsche Übertragungsnetzbetreiber und hat eine wichtige Rolle beim Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende.

Das Unternehmen erklärte, Schritte zu einer möglichen Beteiligung des deutschen Staates zu unterstützen. Ein Einstieg wäre bei der Tennet Holding oder der Tennet Deutschland denkbar. Alle Beteiligten strebten bis zum Jahresende eine Rahmenvereinbarung an, so Tennet: "Sollten die beiden Länder, die demnächst möglicherweise Anteilseigner eines gemeinsamen, grenzübergreifenden und integrierten Übertragungsnetzbetreibers Tennet sein könnten, noch intensiver zusammenarbeiten, könnte die Energiewende in Nordwesteuropa kosteneffizient bewältigt werden." In Deutschland gibt es vier große Netzbetreiber. Es sollen Tausende Kilometer neuer Stromleitungen gebaut werden, damit der vor allem im Norden produzierte Windstrom in großen Industriezentren im Süden und Südwesten transportiert werden kann.

© SZ vom 20.05.2020 / dpa
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