E-Autos Dobrindt will den Elektroauto-Erfolg erzwingen

Die Bundesregierung bemüht sich, Elektroautos zu fördern. Aufnahme eines Wagens von Mercedes

(Foto: dpa)
  • Die Bundesregierung will Hunderttausende Elektroautos auf deutsche Straßen bringen, hinkt aber weit hinterher.
  • Privilegien für E-Auto-Fahrer sollen die Wende bringen - etwa mit ermäßigten Parkgebühren.
  • Das Vekehrsministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) plant dazu neue Nummernschilder für E-Autos.
Von Michael Bauchmüller, Berlin

Elektroautos sollen sich künftig am Nummernschild von anderen Fahrzeugen unterscheiden lassen. Ähnlich dem "H" für historische Fahrzeuge sollen sie künftig ein "E" am Ende des Kennzeichens tragen. Die neue Art der Kennzeichnung, über die als Erstes die Bild am Sonntag berichtete, soll es leichter machen, die elektrisch betriebenen Fahrzeuge im Straßenverkehr zu privilegieren. So können Kommunen künftig ermäßigte Parkgebühren für die Autos mit dem "E" vorsehen oder sie bei Ladestationen kostenlos parken lassen. Auch soll die freie Fahrt auf Busspuren mehr Städter dazu bewegen, auf batteriebetriebene Antriebe umzusteigen; einen ähnlichen Zweck verfolgt die Befreiung der E-Mobile von der Kfz-Steuer.

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Derzeit hinkt die Bundesregierung ihren eigenen Zielen weit hinterher: Bis 2020 sollten ursprünglich einmal eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Bis Ende vergangenen Jahres waren es aber erst knapp 19 000 reine Elektroautos, plus 108 000 sogenannte Hybridfahrzeuge, die neben einem konventionellen Verbrennungsmotor auch einen Elektroantrieb samt Batterie haben. Im ersten Halbjahr kamen knapp 1000 E-Mobile und 2900 Hybridautos hinzu - allerdings wurden auch 1,9 Millionen Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor neu zugelassen. Im Sommer trat deshalb das "Elektromobilitätsgesetz" mit seinen Sonderanreizen in Kraft. "Unbürokratisch und flexibel", so wirbt das Bundesverkehrsministerium, könnten Kommunen damit "die für ihren Geltungsbereich passende Maßnahme" ergreifen.

Sie sollen für alle Elektroautos gelten, aber nicht für alle Hybrid-Fahrzeuge. Sie werden nur dann ein "E" im Nummernschild tragen können, wenn sie sich von außen aufladen lassen. Diese sogenannten Plug-in-Hybride speisen ihre Batterie nicht nur aus überschüssiger Energie des Verbrennungsmotors, sondern lassen sich auch per Kabel mit Ladesäulen verbinden und dort aufladen. Mit voller Batterie müssen sie dann mindestens 40 Kilometer weit kommen können. Auch dürfen sie nicht mehr als 50 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstoßen. Wann konkret die ersten neuen Nummernschilder vergeben werden sollen, ließ das Verkehrsministerium am Sonntag offen. Dies werde "in Kürze" geschehen. Die nötigen Verwaltungsvorschriften sollten demnächst in Kraft treten.

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