Streit um Berliner LuxushotelMachtkampf ums Adlon entschieden

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Magere Gewinnausschüttung, seltsames Geschäftsgebaren: Der Anlegeranwalt Thomas Fritsch wollte Immobilienkönig Anno August Jagdfeld von der Spitze des Berliner Adlon verdrängen - und hat den Kampf nun verloren. Das Luxushotel bleibt in der Hand des umstrittenen Unternehmers.

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Der umstrittene Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld hat den Machtkampf um die Führung des Hotel-Adlon-Fonds gewonnen. Mit großer Mehrheit wurde der 64-Jährige in der Nacht zum Samstag nach einer stundenlangen Debatte in seinem Amt bestätigt, wie Jagdfeld-Sprecher Christian Plöger mitteilte. 74 Prozent der rund 800 Anwesenden hätten gegen einen Abwahlantrag gestimmt, der von einer Anlegergruppe um den Rechtsanwalt Thomas Fritsch gestellt worden war.

Das Luxushotel Adlon: Im Streit hinter den Kulissen des Berliner Luxushotels Adlon hat sich der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld durchgesetzt.
Das Luxushotel Adlon: Im Streit hinter den Kulissen des Berliner Luxushotels Adlon hat sich der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld durchgesetzt. dpa

Der Konflikt zwischen der Anlegergemeinschaft und der Fondsspitze schwelt seit Monaten. Für Ärger sorgten zunächst magere Gewinnausschüttungen. Anleger kritisierten auch das Geschäftsgebaren Jagdfelds.

"Ich freue mich, dass die überwiegende Mehrheit der Anleger die Gefahren für die Zukunft des Adlon erkannt hat, die mit dem Konzept des Anwalts Fritsch verbunden waren", erklärte Jagdfeld. Dem Tagesspiegel sagte er, das Adlon sei das "profitabelste Luxushotel Berlins". Jetzt gehe es darum, dieses "Aushängeschild der Hauptstadt" im Sinne der Anleger weiter zu stärken. Anwalt Fritsch sagte der Berliner Morgenpost: "Wir behalten uns weitere Maßnahmen für eine zusätzliche Kontrolle Jagdfelds vor."

Über die Stundung der Pacht für Dienstleistungsfirmen, die ein Sohn Jagdfelds leitet, war der Streit eskaliert. Ein vom Verwaltungsrat in Auftrag gegebenes Gutachten hatte Jagdfeld entlastet, die Wogen zwischen den Streitparteien gleichwohl nicht geglättet. Das Hotel Adlon am Brandenburger Tor wurde mit Mitteln aus dem Fonds gebaut und im August 1997 eröffnet.

Der Fundus-Fonds 31 hat 4.400 Anleger. Er wird seit 1994 von Jagdfeld geführt, dessen Funds-Gruppe einst auch das Berliner Tacheles-Areal kaufte, das mittlerweile zur Zwangsversteigerung ansteht. In die Schlagzeilen geriet auch der Fonds für das Grand Hotel Heiligendamm an der Ostsee.

In seinem Bericht für das abgelaufene Geschäftsjahr gab Jagdfeld an, dass sich die Geschäfte der beiden Pächter des Adlon-Fonds "erfreulich gut" entwickelt hätten. Sowohl Kempinski als auch die Adlon Holding hätten die Wirtschaftskrise "erfolgreich gemeistert". Auch im Verlauf dieses Jahres seien die Zahlen gut, sagte der Immobilienunternehmer. "Das spiegelt sich im hohen Kassenbestand unseres Fonds von mehr als 15 Millionen Euro wider."

Plöger zufolge stellte sich Jagdfeld in der Gesellschafterversammlung den mehr als 30 Wortmeldungen "konzentriert, ruhig und sachlich". Rechtsanwalt Fritsch soll dort überraschend vorgeschlagen haben, den Abwahlantrag zurückzuziehen und einen Kompromiss einzugehen. Die Gesellschafter hätten den Vorschlag "mit Häme und Spott" aufgenommen, hieß es.

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