Streit über Markenrechte Apple schließt Frieden mit Apple

Es war der Kampf zweier Weltmarken: Seit Jahren stritten sich der Computerkonzern Apple Inc. und die Apple Corps Ltd., das Plattenlabel der Beatles, um die Nutzungsrechte der Marke "Apple". Nun haben sich die Widersacher geeinigt.

Die Einigung sieht vor, dass künftig die kalifonische Apple Inc. (ehemals Apple Computer Inc.) alle Rechte an der Marke "Apple" und dem Apfellogo besitzen und dafür einige Nutzungsrechte von der Beatles-Plattenfirma Apple Corps Ltd. lizenzieren wird.

Der angebissene Apfel der Apple Inc. (links) und der Granny Smith auf einer Beatles-LP.

(Foto: Foto: AP)

Mit der Einigung werde die juristische Auseinandersetzung vor Gericht zwischen den Unternehmen beendet. Die Details der Vereinbarung - insbesondere mögliche Zahlungen von Apple Inc. an die Beatles-Firma - wurden nicht genannt.

"Wir lieben die Beatles, und deshalb war es schrecklich, mit ihnen wegen der Markenrechte zu streiten", äußerte sich der Chef des Computerbauers, Steve Jobs, über die Vereinbarung.

Weiteren Streitereien vorgebeugt

Damit werde auch möglichen Streitereien in der Zukunft vorgebeugt. Die Apple Corps Inc. bestätigte die Einigung: "Wir wünschen Apple Inc jeden Erfolg und freuen uns auf viele Jahre der friedlichen Zusammenarbeit", sagte Manager Neil Aspinall.

Die Beatles-Verwertungsfirma nutzt als Logo einen grünen Apfel der Sorte Granny Smith. Für den Computerbauer hatte jahrelang ein vielfarbiger Apfel geworben. Inzwischen hat Apple Inc das Logo auf einen einfarbig grauen Apfel umgestellt.

Apple Computer und Apple Corps hatten sich bereits 1991 nach einer dreimonatigen Auseinandersetzung vor Gericht auf einen Vertrag geeinigt, der die Nutzung der Marke "Apple" durch das kalifornische Computerunternehmen vorsah.

Damalige Bedingung

Das Beatles-Label machte damals allerdings zur Bedingung, dass der Computerhersteller sich nicht direkt im Musik-Business betätigen werde.

Nach dem Einstieg von Apple ins Musikgeschäft mit dem MP3-Player iPod und dem iTunes Store sahen die Beatles diese Vereinbarung verletzt und gingen erneut gegen Apple vor.

Apple Corps Ltd. gehört Paul McCartney, Ringo Starr, der Witwe von John Lennon, Yoko Ono, sowie den Erben von George Harrison.

Beatles aber noch nicht in iTunes Stores

Unklar blieb am Montag, ob Apple Inc. künftig Songs der Beatles im iTunes Store anbieten wird. Bislang ist die legendäre Musikgruppe aus Liverpool, die sich 1970 getrennt hatte, nicht in dem Apple-Onlineladen vertreten.

Schon vor der nun geglückten Einigung im Markenrechtsstreit hatten die Beatles-Firma und Apple Inc offenbar die Möglichkeit erörtert, die Beatles in die iTunes Stores zu bringen. Allerdings erschweren allem Anschein nach persönliche und rechtliche Komplikationen einen Durchbruch in dieser Frage.

Nach Ansicht von Analysten könnte ein solcher Schritt ein bedeutender Durchbruch für das gesamte digitale Musikgeschäft sein. Denn in den vergangenen Jahren hat sich ein gewaltige Nachfrage nach Beatles-Musik in digitaler Form aufgestaut. Etliche Verbraucher über 40 könnten sich erstmals zu einem Online-Kauf durchringen, wenn Beatles-Songs in digitaler Form zugänglich gemacht würden.

"Lovely Rita" auf der Bühne

Steve Jobs hatte bei der Präsentation des neuen Apple-Handy iPhone Anfang Januar auf der Macworld Expo in San Francisco bereits die Hoffnung geweckt, dass der Apfel-Streit ausgeräumt sein könnte: Der Computerkonzern spielte den Beatles-Song "Lovely Rita" ab, zudem schmückte das Plattencover des legendären Beatles-Albums "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" einen riesigen Monitor hinter Apple-Chef Jobs.