Lufthansa:Warnstreik in der Hochsaison

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Lufthansa: Ohne Bodencrew kein Flug: Von Mittwoch- bis Donnerstagmorgen sollen die Lufthansa-Mitarbeiter streiken.

Ohne Bodencrew kein Flug: Von Mittwoch- bis Donnerstagmorgen sollen die Lufthansa-Mitarbeiter streiken.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Das Bodenpersonal der Lufthansa fordert deutlich mehr Geld und will im Ferienverkehr die Arbeit niederlegen. Dabei läuft es an den Flughäfen auch so schon nicht rund.

Der Weg in den Urlaub, er könnte in dieser Woche in einem ziemlich zähen Stau enden - und zwar vor dem Check-in. Denn an diesem Donnerstag soll nach dem Willen der Gewerkschaft Verdi zumindest bei der Lufthansa nichts mehr gehen auf deutschen Flughäfen. Sie ruft das Bodenpersonal des Konzerns am Mittwoch zu Warnstreiks auf, den ganzen Tag über und an allen Standorten. Betroffen wären damit die großen Drehkreuze der Airline in Frankfurt und München, aber auch Flüge aus Düsseldorf, Köln, Hamburg, Berlin, Bremen, Hannover, Stuttgart und Köln.

Gestreikt werden soll von Mittwochfrüh um 3.45 bis Donnerstagmorgen um sechs Uhr - in Baden-Württemberg ist das der erste Ferientag, Bayerns Schüler folgen dann am Samstag in die Sommerpause. An dem Ausstand beteiligen sollen sich etwa die Mitarbeiter, die für die richtige Positionierung von Flugzeugen auf Abstellflächen sorgen, was laut Verdi zu größeren Flugausfällen und Verzögerungen führen werde. Außerdem gehören zum Bodenpersonal auch Techniker und Logistiker, ohne deren Arbeit die Flieger ebenfalls nicht abheben können.

In der Luftfahrt knirscht es gerade gewaltig in den Abläufen: Das Reiseaufkommen ist so hoch wie in den Spitzenzeiten vor der Corona-Pandemie, aber die Branche hat in den vergangenen beiden Jahren etwa ein Drittel an Personal verloren oder ihm gekündigt. Jetzt, wo die Arbeit wieder da ist, fehlen an vielen Stellen die Beschäftigten. Zudem sind viele Mitarbeiter in der aktuellen Corona-Welle krank.

Verdi fordert 9,5 Prozent mehr Lohn

Die Lufthansa bietet für die etwa 20 000 Mitarbeiter verschiedener Konzerntöchter nach eigenen Angaben unter anderem eine monatliche Gehaltserhöhung von 150 Euro ab Juli und weiteren 100 Euro ab Januar sowie eine zweiprozentige Vergütungserhöhung ab Juli 2023 in Abhängigkeit von der Geschäftsentwicklung. Das Angebot sei aber von den Gewerkschaftsmitgliedern als unzureichend kritisiert worden, heißt es bei Verdi. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 9,5 Prozent oder mindestens 350 Euro pro Monat.

Sie argumentiert, angesichts der Überlastung, der hohen Inflation und eines Lohnverzichts über drei Jahre seien deutliche Lohnsteigerungen für die Beschäftigten gerechtfertigt. "Sie brauchen dringend mehr Geld und sie brauchen Entlastung - für sich selber und für die Passagiere. Dazu reicht das Arbeitgeberangebot vorne und hinten nicht", sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. Die Lufthansa bezeichnete den Warnstreik hingegen als unzumutbar. Die nächste Verhandlungsrunde ist nach Konzernangaben für den 3. und 4. August vereinbart.

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