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Streik auf dem Frankfurter Flughafen:Fraport bietet Gewerkschaft Gespräche an

Die Betreibergesellschaft Fraport geht auf die Gewerkschaft der Flugsicherung zu: Sie bietet Verhandlungen an, um eine Lösung im Tarifstreit für das Vorfeldpersonal zu erreichen. Gleichzeitig fordern die Arbeitgeber das sofortige Ende der Streikaktionen. Zuvor hatte die Gewerkschaft jedoch betont, unnachgiebig bleiben und den Streik wie geplant fortsetzen zu wollen.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) schriftlich ein Gesprächsangebot übersandt. Wie Vorstandschef Stefan Schulte auf einer Pressekonferenz sagte, ist das Angebot verbunden mit der Aufforderung, die Streikmaßnahmen auf dem Vorfeld umgehend zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

"Wir erwarten von der GdF, dass sie dieses Gesprächsangebot annimmt und den Streik beendet. Dass diese Auseinandersetzung weiter zu Lasten der Passagiere und Fluggesellschaften geht, muss ein Ende haben", betonte Schulte. Der Konzern sei bereits in einigen Punkten auf die "hohen Forderungen" der Gewerkschaft eingegangen, sagte Schulte. Im Bereich der Vorfeldkontrolle seien diese nahezu erfüllt worden.

Die Gewerkschaft hatte zuvor angekündigt, die knapp 200 Beschäftigten vom Vorfeld des Flughafens wie geplant bis Freitagabend 23 Uhr im Ausstand zu belassen, um beim Flughafenbetreiber Fraport eine höhere Bezahlung durchzusetzen. "Im Moment ist das, was wir tun, ein voller Erfolg, und es kann auch weitergehen", sagte GdF-Bundesvorstand Markus Siebers im Deutschlandfunk. Die Streikkasse reiche sehr lange.

In den vergangenen Tagen waren deutschlandweit bereits etwa 700 Maschinen und etwa 55 000 Fluggäste am Boden geblieben. Am Mittwoch, dem fünften Streiktag, normalisierte sich die Lage jedoch am größten deutschen Flughafen in Frankfurt. Nur noch 165 der geplanten 1260 Flüge sollten gestrichen werden. Am Vortag waren noch mehr als 200 Flüge ausgefallen.

Seit vergangenem Donnerstag streiken am größten deutschen Flughafen 200 Flugzeugeinweiser und wollen damit Lohnerhöhungen erreichen. Fraport hatte sich darauf vorbereitet und intern Personal geschult, das die Aufgaben übernimmt.

Hauptbetroffener der Arbeitsniederlegung ist die Fluggesellschaft Lufthansa, die in Frankfurt ihre Heimatbasis hat. "Bei den Erlösen haben wir bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag eingebüßt", sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer der Financial Times Deutschland. Europas größte Fluglinie unterstützt Fraport im Tarifkonflikt. "Das ist eine strategisch-politische Frage", erklärte Lauer. Fraport dürfe "der Erpressung durch die GdF" nicht nachgeben. Sollte die Gewerkschaft ihre Forderungen durchsetzen, werde sich das auch bei Lufthansa bemerkbar machen, sagte Lauer. Rechtliche Schritte der Lufthansa gegen die GdF schloss er nicht aus.

© dapd/olkl/feko
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