Stofftiere: Steiff verlässt China:Nur noch Schlüsselanhänger in China

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Der heutige Geschäftsführer Frechen hatte Steiff einst verlassen, weil er gegen die Verlagerung nach China war. 2006 kam er zurück, als sich eine Kehrtwende abzeichnete. Ein Fünftel seiner Produktion hatte Steiff zwischenzeitlich nach China ausgelagert. Momentan produzieren die Schwaben dort nur noch Schlüsselanhänger.

Frechen geht davon aus, dass die Firma den Zeitplan einhält und die Produktion bis Ende des Jahres ganz zurückholen wird. Die Firma will künftig sogar ganz ohne Auftragsfirmen auskommen und die komplette Fertigungskette wieder in die eigenen Hände nehmen.

So sollen vor allem die Stoffe nur noch in Deutschland herstellt werden. Deshalb hat Steiff im Frühjahr die Weberei Schulte gekauft. Es ist die letzte Weberei in Duisburg. Früher war die Region zwischen Aachen, Duisburg und Krefeld eine Textilhochburg mit Hunderten Betrieben. Doch dann wurde die Produktion komplett in Billiglohnländer verlagert - die deutsche Textilindustrie starb.

Schulte hat als Zulieferer überlebt; schon für den ersten Plüschbären aus dem Hause Steiff im Jahre 1901 hatte die Weberei den Plüsch hergestellt. Überhaupt wäre ohne diesen Plüsch der Teddy kaum möglich gewesen. 45 Menschen arbeiten in dem verschachtelten Fabrikbau im Stadtteil Neudorf.

Kleine Drehbürsten erzeugen die Teddy-Frisuren

In der untersten Etage stehen 21 automatische Webstühle, welche vor allem Mohairwolle von der Angoraziege und Wolle von der Kamelart Alpaka, aber auch Baumwolle verweben. Anschließend werden die Stoffe gefärbt und mit speziellen Maschinen so bearbeitet, dass verschiedene Designs entstehen.

So erzeugen kleine Drehbürsten die Wirbel im Teddybärenfell; insgesamt gibt es etwa 20 verschiedene "Frisuren". Nach 30 Arbeitsschritten ist ein Plüschstoff fertig. Im Erdgeschoss läuft er dann Meter für Meter über ein Lichtfeld, wo Mitarbeiter die Qualität prüfen.

"Wir haben in der Nische überlebt", sagt der Prokurist Bernhard Wanning. Bis heute fertigt Steiff-Schulte auf Bestellung für verschiedene Hersteller von Kuscheltieren, liefert aber auch kleine Stoffmengen für Sammler. Einen Teil der Produktion verkauft Schulte zudem an Modemacher. Im Besprechungsraum zeigt Wanning eine Kollektion von Webpelzen, welche die Modefirma Prada aus dem Plüsch hergestellt hat.

Trotz aller Liebe zu deutscher Perfektion wird Steiff seine Kuscheltiere nicht komplett in Deutschland fertigen. Hier werden die Tiere zwar von einem Team im Stammwerk Giengen entworfen, hier werden die Stoffe hergestellt und zugeschnitten - doch genäht wird überwiegend in den beiden eigenen Werken in Tunesien und Portugal.

An diesem Prozess soll sich nichts ändern. "Wenn wir in Deutschland nähen würden, werden die Stofftiere nur teurer, nicht besser", erklärt Frechen. Die Qualitätskontrolle findet immer in Deutschland statt - dann bekommen die Tiere auch den typischen Steiffknopf ins Ohr.

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