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Stiftung Warentest:Ausgeschlafen

Was ist das, eine gute Matratze? Das Angebot ist riesig, und die Preise unterscheiden sich teilweise erheblich. Die Stiftung Warentest hat Matratzen mit Federkern getestet - und kommt zum Ergebnis: Auch billig kann gut sein.

Wer wenig schläft, ist besonders erfolgreich. Das behaupten zumindest reihenweise Manager, die stolz erzählen, wie produktiv sie dank vier Stunden Schlaf sind. Doch für den Durchschnittsmenschen gilt eher: Die Basis für einen erfolgreichen Tag ist ein guter, also ausreichend langer Schlaf. Da hilft es, vor dem Zubettgehen das Handy wegzulegen und keinen spannenden Thriller mehr zu lesen. Wer den erschöpften Körper dann auch noch auf eine gute Matratze betten kann, ist der perfekten Nachtruhe nahe.

Doch was ist das, eine gute Matratze? Das Angebot ist riesig, und die Preise unterscheiden sich teilweise erheblich. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat die Stiftung Warentest nun 24 Federkernmatratzen getestet. Das Ergebnis fiel sehr positiv aus: Mehr als die Hälfte der getesten Modelle erhielt die Note "Gut". Die Tester untersuchten unter anderem die Liegeeigenschaften, die Haltbarkeit und die Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Generell gilt: Wer auf dem Rücken schläft, hat es bei der Suche nach dem richtigen Modell leichter als die sogenannten Seitenschläfer. Die Matratze "Union Unicor" ist am besten für alle Schlaf- und Körpertypen geeignet, wird aber bei höheren Temperaturen schnell weich (149 Euro, Note 2,4). Ein Makel, den fast alle Matratzen teilen: Bei Wärme sinkt der Körper schneller ein, dazu können schon die Körpertemperatur und leichtes Schwitzen reichen.

Ohnehin schummeln viele Hersteller bei den Angaben, die meisten Modelle sind weicher als angegeben. Bei den Matratzen, die im Test vorne lagen, stimmen aber auch die angegebenen Härtegrade. Wichtig außerdem: Federkernmatratzen sind vor allem für Menschen geeignet, denen nachts schnell warm wird. Durch ihre Struktur kühlen sie den Schläfer nämlich eher etwas ab. Wer dagegen schnell friert, der sollte besser zu Latex- oder Kaltschaummatratzen greifen.

Das beste unter den Federkern-Modellen ist übrigens die "Malie Polar" mit der Note 2,2. Sie kostet 219 Euro und ist für alle Körpertypen gut geeignet. Auf dem zweiten Platz folgt "f.a.n. Sun Line T" (239 Euro, Note 2,3). Sie ist besonders haltbar und hat einen guten, waschbaren Bezug. Ebenfalls für gut befanden die Tester ein Modell vom Discounter: Die "Meradiso"-Matratze, die für 100 Euro bei Lidl verkauft wird, sei ebenfalls lange haltbar und biete vor allem Rückenschläfern viel Komfort. Sie bekam die Note 2,4.

Gut kann also auch günstig sein - stinken tun sie aber alle, sagt zumindest die Stiftung Warentest. Da viele Anbieter nur auf Bestellung produzieren, sind die Matratzen oft noch nicht gelüftet. Meist sei der Geruch nach wenigen Tagen, spätestens aber nach einem Monat verschwunden und auch nicht gesundheitsgefährdend. Nur die Dünste des Modells "Be Co Pur Flex" könnten Augen und Atemwege reizen. Wenn die Matratze also nach längerer Zeit noch unangenehm riecht, sollten Käufer sie zurückschicken - und deshalb schon beim Kauf auf ein Rückgaberecht achten.

Wer schließlich die richtige Matratze gefunden hat, für den haben die Tester auch noch ein paar Tipps, um sich möglichst lange an ihr erfreuen zu können. Vor allem sollte man sie regelmäßig wenden, am besten bei jedem Wechsel des Bettbezugs, und die Matratze ab und zu säubern.

© SZ vom 26.01.2017

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