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Stephanie Kelton über Moderne Geldtheorie:Geld ist zum Schöpfen da

Stephanie Kelton

"Politiker formulieren das Ziel und beschimpfen dann die Notenbank, wenn es nicht erreicht wird", meint Stephanie Kelton.

(Foto: Tom Williams/AP)

US-Ökonomin Stephanie Kelton ist überzeugt, dass ein Staat so viel Geld ausgeben kann wie er will, wenn er eine eigene Währung hat. Ein Gespräch über Denkfehler von Politikern und den wahren Sinn von Steuern.

Interview von Claus Hulverscheidt

Stephanie Kelton, 49, empfängt auf Socken in ihrem wunderschönen Haus auf Long Island, durch dessen riesige, bodentiefe Fenster man direkt auf eine kleine, geschützte Atlantikbucht blickt. Bis zur Stony-Brook-Universität, wo sie Volkswirtschaft und Staatswissenschaften unterrichtet, sind es mit dem Auto gerade einmal zehn Minuten. Für das US-Magazin Politico zählte sie 2016 zu den "50 Denkern, Machern und Visionären", die die amerikanische Politik am meisten beeinflussen - wegen ihrer ketzerischen Lehren und wohl auch deshalb, weil sie seinerzeit den demokratischen Präsidentschaftsanwärter Bernie Sanders beriet. Kelton, die mit einem Historiker verheiratet und Mutter zweier Kinder ist, gehört zu den Vorkämpferinnen der "Modernen Geldtheorie", deren Kernthese, stark vereinfacht, lautet: Ein geldpolitisch souveräner Staat kann so viel Geld ausgeben, wie er will.

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