Stellenabbau:Siemens streicht weitere 4500 Jobs

  • Bei Siemens sollen nach dem Willen von Vorstand Joe Kaeser weitere 4500 Jobs wegfallen, 2200 davon in Deutschland.
  • Hintergrund: Der Konzern will im Energiegeschäft mehr verdienen.
  • Bei Siemens gibt es einen weitreichenden Konzernumbau, um bis 2016 eine Milliarde Euro zu sparen. Insgesamt verlieren deshalb etwa 13 000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

13 000 Arbeitsplätze fallen weg

Der Umbau bei Siemens geht weiter: Der Konzern kündigte am Donnerstag in München an, weitere 4500 Stellen zu streichen. Davon sollen nach derzeitigem Stand rund 2200 in Deutschland wegfallen. Wo genau die Arbeitsplätze gestrichen werden, blieb zunächst offen. Verbessern will Siemens vor allem die Ertragskraft im Stromerzeugungsgeschäft der Energietechnik (Power and Gas). Auch weitere ertragsschwache Geschäfte sollen saniert werden; Experten erwarten etwa einen Stellenabbau im Transformatorengeschäft.

Insgesamt sollen etwa 13 000 Jobs wegfallen. Denn Siemens hatte bereits im Februar angekündigt, 7800 Stellen abzubauen, davon 3300 in Deutschland. Nach Verhandlungen mit den Arbeitnehmern reduzierte sich diese Zahl auf etwa 2900 Stellen in Deutschland. Zuletzt beschäftigte Siemens weltweit insgesamt 342 000 Menschen, ein Drittel davon in Deutschland.

Die IG Metall hat mit deutlicher Kritik auf die Pläne reagiert: "Das Management dreht bei akuten oder strukturellen Problemen reflexartig an der Schraube der Personalkosten." Stattdessen müssten langfristig tragfähige und innovative Lösungsansätze entwickelt werden.

Der Gewinn hat sich zu Jahresbeginn verdreifacht

Konzernchef Joe Kaeser will mit dem Umbau bis 2016 eine Milliarde Euro sparen und den Münchener Technologieriesen profitabler machen - und so zum Konkurrenten General Electric aufschließen.

Zwischen Januar und März erzielte Siemens einen Gewinn nach Steuern von 3,9 Milliarden Euro, das ist mehr als dreimal so viel wie vor Jahresfrist. Darin waren allerdings 3,2 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Hörgerätesparte und des Anteils an der Hausgerätetochter BSH enthalten. Das Ergebnis aus dem industriellen Geschäft schrumpfte indes um fünf Prozent, vor allem wegen der Probleme bei Power and Gas.

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