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Start-ups:Old und New Economy gehören zusammen

Die innovativen Gründer von heute sind Menschen wie Kevin Valdek und Risto Vahtra mit ihrer 2015 in Berlin gegründeten Firma High Mobility. Für das US-Magazin Fortune zählt das Start-up schon jetzt zu den "zehn wichtigsten und einflussreichsten" Unternehmensgründungen, wenn es darum geht, die Autoindustrie zu digitalisieren. High Mobility wertet über sogenannte Wearables, also am Körper befestige Computersysteme, die Gesundheitsdaten des Fahrers aus. Von diesen Daten hängt ab, ob das Auto ganz oder teilweise autonom fährt. Die Fahrzeuge können ihren Besitzer auch an einer Geste erkennen.

Zu den Geldgebern von High Mobility gehören die Beteiligungsgesellschaft IBB und ein Konsortium um Fabian von Kuenheim; sein Vater Eberhard war mehr als zwei Jahrzehnte Vorstandschef des Autokonzerns BMW. Dass die "Alten" den "Jungen" Geld leihen, ist nicht ungewöhnlich: Old Economy und New Economy gedeihen in Deutschland seit jeher gemeinsam; jeder profitiert vom anderen. Das zeigt auch der Hightech-Gründerfonds.

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Zwei Fonds wurden bislang aufgelegt, der erste 2005 mit einem Volumen von 272 Millionen Euro, der zweite 2011 mit 304 Millionen Euro. Zu den Investoren zählen neben der staatlichen Förderbank KfW und dem Bundeswirtschaftsministerium auch etablierte Konzerne wie BASF, B. Braun, Daimler oder Tengelmann Ventures. Für den dritten Fonds mit einem angestrebten Volumen von 300 Millionen Euro werden momentan potenzielle Investoren angesprochen.Die beiden bestehenden Fonds sind derzeit in knapp 270 Unternehmen investiert, darunter beim Brillen-Onlinehändler Mister Spex oder bei der Next Kraftwerke GmbH aus Köln, die sich selbst als virtuelles Kraftwerk bezeichnet, das die Erzeuger und Verbraucher von Strom vernetzt.

Die Digitalisierung verändert die Bankenwelt radikal

Von der Industrie haben die Deutschen - und damit ihre Gründer - schon immer etwas verstanden; die Banken und Versicherungen, von Deutscher Bank bis Allianz, haben das Land ebenso geprägt - und so ist nur konsequent, dass auch die Zahl der sogenannten Fintechs immer größer wird. Das sind junge Unternehmen, die den alteingesessenen Banken und Versicherungen Konkurrenz machen.

Zum Beispiel das Start-up von Thomas Becher, der von seinem Schreibtisch in Frankfurt auf die beiden Türme der Deutschen Bank blickt. Vor nicht allzu langer Zeit ging Becher dort selbst noch täglich ein und aus. Er war unter anderem in der Mittelstandsfinanzierung tätig. 2014 gründete er dann die Firma Fintura, die mit mehr als zehn Mitarbeitern Kredite für Mittelständler vermittelt.

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Wer im Job etwas so richtig vergeigt, fühlt sich schlecht. Doch das muss nicht sein. Wenn man die Niederlage aus einer anderen Perspektive betrachtet.   Von Christina Waechter

Das Büro liegt im Frankfurter Nordend: viel Licht, lässige Möbel, eine Gemeinschaftsküche. Becher trägt weißes Hemd, gedeckte Hose, er ist 37 Jahre alt. Er spricht schnell, wirkt seriös und erfahren. "Ich habe keinen einzigen schlechten Tag bei der Bank gehabt", erinnert sich Becher. Aber irgendwann wurde ihm die Bank fremd. Becher sollte für Geschäftskunden eine Online-Plattform aufbauen, als digitale Angebote noch nicht so sehr in Mode waren. Als das fertig war, fehlte plötzlich das Marketingbudget. Becher musste zusehen, wie das Projekt "verhungerte".

Dazu die vielen Committees, Gremien, Sitzungen. "Ich habe irgendwann realisiert, dass sich die Bankenwelt durch die Digitalisierung radikal verändert", sagt Becher - und entschied, dass er lieber zu den Angreifern gehören will. Heute rufen ehemalige Kollegen an und fragen ihn nach einem Job. "In der Bank erlebe ich eine starke Verunsicherung und Lähmung, viele sind frustriert. Die merken auf einmal, dass alle von Fintech reden, aber sie sind nicht Teil davon. Das tut weh, viele fragen sich, was macht das mit unserem Arbeitsplatz?"