Start-ups:Gründer wählen lieber Grün als FDP

Trotz mancher breit publizierter Fehltritte von Wirtschaftsminister Robert Habeck und eher sinkender Umfragewerte für die Grünen: Unter Start-up-Gründern steigt die Beliebtheit der Ökopartei weiter und erreicht nun erstmals mehr als 50 Prozent. Einer Umfrage des Deutschen Startup-Verbands unter 4815 Gründern zufolge, bauen die Grünen ihren Vorsprung vor der FDP weiter aus. Während die Grünen bei der Frage nach der Parteipräferenz im Vergleich zum Vorjahr mehr als sechs Prozentpunkte auf 50,8 Prozent zulegten, büßten die Liberalen fünf Punkte ein und erreichten 26,4 Prozent.

Dies ist eine dramatische Wende, noch vor vier Jahren war die FDP die Lieblingspartei der Start-up-Szene. Für Florian Nöll von PwC, der die Umfrage für den Startup-Verband umsetzte, hängt dies auch mit einer veränderten Struktur der Szene zusammen. "Die Anzahl 'grüner' Startups ist deutlich gestiegen und steigt wohl weiter", so Nöll. "Offenbar schreibt das Start-up-Ökosystem den Grünen das Visionäre am ehesten zu." Die stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbands, Magdalena Oehl, pflichtet bei: "Neben unternehmerischem Erfolg ist es für viele Gründer elementar, eine positive gesellschaftliche oder ökologische Wirkung zu entfalten", so Oehl. "All das scheint in den Augen des Startup-Ökosystems bei den Grünen am stärksten abgedeckt."

Wenig Freude dürften die anderen Parteien mit den Ergebnissen haben. Die Union erzielte rund zehn Prozent der Stimmen, die SPD etwa sechs Prozent, andere Parteien sind weit abgeschlagen. Auf der Wunschliste der Startups ganz oben stehen der Bürokratieabbau und mehr öffentliche Aufträge.

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