"Makers of Tomorrow":Lernen von den Start-up-Stars

Lesezeit: 2 min

"Makers of Tomorrow": Bastian Nominacher von Celonis ist ein gefragter Konferenz-Gast.

Bastian Nominacher von Celonis ist ein gefragter Konferenz-Gast.

(Foto: Stephan Rumpf)

Gründet doch mal was: Wie das Bundeskanzleramt Studenten dazu bringen will, auf ein eigenes Start-ups zu setzen.

Von Elisabeth Dostert

Bastian Nominacher weiß, wie gründen geht. Er ist Mitgründer des Münchner Start-ups Celonis: gut zehn Jahre alt und seit diesem Sommer mehr als zehn Milliarden Dollar wert - ein in der Start-up-Szene sogenanntes Decacorn also, das einzige in Deutschland. Das Unternehmen gilt als einer der führenden Anbieter von Process Mining. Seine Software schürft die Daten, die jeder Vorgang in einer Firma hinterlässt, identifiziert die Schwachstellen und gibt Empfehlungen. Nominacher spricht in einem neuen Online-Kurs für Studierende über Geschäftsmodelle. Lanciert hat das Programm namens Makers of Tomorrow das Bundeskanzleramt. Der Kurs soll Studierende aus "gründungsfernen Studienfächern" für Unternehmertum begeistern.

Eva-Maria Meijnen vom Start-up Plus Dental, das durchsichtige Zahnschienen vertreibt, tritt ebenfalls in dem Online-Kurs auf. Bevor sie zum Start-up ging, hat sie lange für einen Dax-Konzern gearbeitet. "Zu wechseln war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens. Leider viel zu spät", sagt sie bei der virtuellen Vorstellung des Programms. Als sie Anfang der Nullerjahre ihr Studium beendete, habe ihr die Vorstellungskraft gefehlt, wie sie ein Unternehmen aufbauen und gründen könnte und "auch die Vorbilder".

"Ich musste alles durch eigene Fehler lernen."

Johannes Reck von der Tourismusplattform Get Your Guide will andere ermutigen zu gründen: "In einer Zeit der gesellschaftlichen Transformation, wie wir sie im Moment erleben, ist das größte Risiko, kein Risiko zu nehmen." Als er 2009 mit Get Your Guide anfing, habe es noch niemandem gegeben, an dem er sich habe orientieren können. "Ich musste alles durch eigene Fehler lernen, und wir haben viele viele Fehler gemacht", erzählt Reck. "Ich glaube, dass es heutzutage dieses Wissen schon gibt und diese Mentoren bereitstehen."

Nominacher von Celonis findet die Idee, Studierende und Gründer zusammenzubringen, um mehr junge Menschen dafür zu begeistern, ihr eigenes innovatives Unternehmen zu starten, "großartig". Er wisse aus eigener Erfahrung, wie hilfreich Anregungen von erfahrenen und erfolgreichen Gründerinnen und Gründern sein können. Celonis ist eine Ausgründung der TU München. Der Online-Kurs sei eine "sinnvolle Ergänzung", sagt Nominacher, weil sich die Kurse eben an Studierende aller Fachrichtungen wendeten und nicht nur an die "klassischen Studiengänge" vieler Gründer wie BWL. "Wer Angst vor Neuem, vor ständigem Wandel oder vor Rückschlägen hat, wird sich mit dem Gründen schwer tun", sagt Nominacher. Gründer und Gründerinnen sollten sich nicht vorschnell von Rückschlägen entmutigen lassen und gemeinsam mit ein, zwei anderen ein Unternehmen aufzubauen, rät er. Es muss ja nicht gleich ein Decacorn werden.

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