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Stahlindustrie:IG Metall ruft bei Thyssenkrupp nach Staatshilfe

Die IG Metall sieht die Stahlsparte von Thyssenkrupp in einer existenzgefährdenden Krise und hat den Staat zum Eingreifen aufgefordert. "Thyssenkrupp Steel kann es alleine nicht schaffen" sagte IG Metall-Hauptkassierer Jürgen Kerner am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Essen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sei jetzt gefordert. Auch eine Bundesbeteiligung sei möglich. Bei anderen Unternehmen sei aber auch das Land beteiligt, fügte Kerner hinzu, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef des Ruhrkonzerns ist. Die Bundesregierung reagierte kühl. "Ich glaube nicht, dass Verstaatlichung im Augenblick die richtige Antwort ist", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Die Stahlsparte sei vor der Coronakrise auf einem guten Weg gewesen, betonte Kerner. Die Einbußen durch die Krise hätten jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es gebe einen massiven Liquiditätsabfluss. Der Staat müsse die Liquidität sichern. Was die Größenordnung der Beteiligung und die genaue Ausgestaltung betrifft, sei die IG Metall offen. Es müsse zunächst mal eine Grundsatzentscheidung der Politik geben, dass man dem Unternehmen helfen wolle. Viel Zeit bliebe dafür nicht. "Das Land NRW muss einen Schutzschirm über die 27.000 Beschäftigten ziehen", betonte Stahlbetriebsratschef Tekin Nasikkol. Am 16. Oktober wollen die Stahlkocher auf einer Demonstration auf den Düsseldorfer Rheinwiesen Druck machen.

© SZ vom 07.10.2020 / Reuters
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