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Stahl - Duisburg:Zeitungsbericht befeuert bei KlöCo Übernahmefantasien

Düsseldorf (dpa) - Erneut aufgeflammte Übernahmehoffnungen haben die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) am Donnerstag auf das höchste Niveau seit Ende Juni gehievt. Börsianer begründeten den Kurssprung mit einem "Handelsblatt"-Bericht, wonach der Industriekonzern Thyssenkrupp im Rahmen eines geplanten radikalen Umbaus Fusionsgespräche mit KlöCo führe, um die Stahlsparte zu stärken. Die Zeitung berief sich auf Konzernkreise. Thyssenkrupp wollte den Bericht am Donnerstagabend auf Anfrage nicht kommentieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass über ein Interesse Thyssenkrupps an dem im SDax notierten Stahlhändler spekuliert wird. Mit der möglichen Klöckner-Übernahme will Thyssenkrupp sein Werkstoffgeschäft stärken, das zusammen mit der Stahlherstellung den neuen Kernbereich des Unternehmens bilden soll. Eigentlich hatte Thyssenkrupp das Stahlgeschäft über eine Fusion mit Tata Europe Steel loswerden wollen. Das hatte allerdings die EU-Kommission untersagt, so dass der Konzern jetzt nach Alternativen suchen muss.

Um einen möglichen Kauf von Klöckner & Co und weitere Akquisitionen zu finanzieren, steht das Aufzuggeschäft zur Disposition. Die derzeit profitabelste Sparte wird im Moment für einen Börsengang vorbereitet, allerdings steht der Plan unter Vorbehalt. Zuletzt hatte Vorstandschef Guido Kerkhoff durchblicken lassen, dass auch ein Teilverkauf an Finanzinvestoren denkbar sei.

Die Thyssenkrupp-Aktie ist wegen des verbotenen Stahl-Deals, der hohen Schulden, sinkender Rohstoffpreise und der allgemeinen Wirtschaftsflaute seit langem auf Tiefflug. Mitte August war sie mit 9,252 Euro auf den tiefsten Stand seit 2003 gefallen. Vor zwei Jahren hatte die Aktie noch mehr als 25 Euro gekostet. Da das Unternehmen an der Börse derzeit nur noch mit 6,5 Milliarden Euro bewertet wird, droht zudem der Dax-Abstieg.