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Stabilität der Banken:US-Notenbank verschärft Regeln für ausländische Geldinstitute

Mehr als vier Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman kommen die Finanzmarktreformen weiter voran - wenn auch in kleinen Schritten. Die US-Notenbank Fed will mit strengeren Kapitalvorschriften für ausländische Banken jetzt ernstmachen. Auch die Deutsche Bank wäre betroffen.

Geht eine Bank pleite, kann es soweit kommen, dass der Staat und mit ihm der Steuerzahler das Geldinstitut retten muss. Beispiele gibt es zahlreiche aus der Schuldenkrise in Europa, auch Deutschland hat einen Bankenrettungsfonds, um deutsche Institute zu stützen. Die USA befürchten offenbar, dass ausländische, auch europäische, Banken in die Krise geraten könnten und damit letztlich den amerikanischen Steuerzahler belasten. Daher hat die US-Notenbank Fed nun die Auflagen für diese Banken verschärft.

Die strengeren Kapitalvorschriften sollten für Institute mit einem globalen Vermögen von mehr als 50 Milliarden US-Dollar (38,2 Milliarden Euro) gelten, teilte die Fed am Freitagabend in New York mit. Diese müssten sich dann auch in den USA Stresstests für den Fall einer schweren Wirtschaftskrise unterziehen. Zudem müssten diese Institute ihre Tochterunternehmen unter einer US-Dachgesellschaft zusammenfassen. Die Regeln könnten im Juli 2015 in Kraft treten. Die betroffenen Institute sollen nun bis Ende März die Möglichkeit haben, zu dem Vorhaben Stellung zu nehmen.

Die Deutsche Bank gibt sich zuversichtlich

Auch die Deutsche Bank und die Britische Bank Barclays wären von den verschärften Auflagen betroffen. Deren US-Töchter können dann weniger leicht Kapital an ihre Mutterkonzerne in Deutschland und Großbritannien abgeben und müssten mehr leicht verkäufliche Vermögenswerte in den USA halten.

"Wir sind zuversichtlich, mögliche Lücken beim Kapital von betroffenen Sparten auffüllen zu können", sagte der Finanzvorstand der Deutschen Bank, Stefan Krause. Entscheidend sei, ob und welche der amerikanischen Töchter oder Einheiten, die bisher noch nicht unter der strengen Aufsicht der US-Notenbank Fed stehen, künftig stärker reguliert werden.

Der Direktor der Fed, Daniel Tarullo, hatte bereits im November gesagt, dass die Aufsicht strengere Vorgaben für US-Töchter von ausländischen Banken prüft. Im Kern geht es der Notenbank darum, möglichst alle Geschäfte, die in den USA getätigt werden, mit genügend Kapital zu unterlegen. Die Töchterinstitute sollen notfalls auch ohne Hilfe der Mutterkonzerne mögliche Verluste absichern können, damit sie nicht in einer Krise vom Staat gerettet werden müssen. Sollte es so kommen, müssen die ausländischen Institute Geld in die Vereinigten Staaten transferieren.

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