Staatsanleihen:Deutschland leiht sich Geld für 0,0 Prozent Zinsen

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In der Schuldenkrise suchen Investoren händeringend nach sicheren Anleihen. Bevor sie Verluste riskieren, verzichten viele lieber auf die Rendite. Das nützt Deutschland - jetzt hat der Staat sich zum Nulltarif Geld geliehen.

Die Bundesregierung leiht sich Milliarden - und zahlt dafür keine Zinsen. An diesem Mittwoch versteigerte sie eine Anleihe mit zwei Jahren Laufzeit (PDF-Datei der Bundesbank). Mit einem Kupon von null Prozent erreichen die Zinsen ein neues Rekordtief. Den bisher billigsten zweijährigen Kredit hat der Bund für 0,25 Prozent bekommen.

Die Versteigerung von Bundesschatzanweisungen mit einem Zinskupon von null Prozent brachte dem Staat 4,555 Milliarden Euro ein. Die Nachfrage nach den Papieren war robust: Sie übertraf das Angebot um das 1,7fache, teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur mit. Das Ergebnis sei für den Bund als "wirtschaftlich sehr gut zu bewerten", sagte ein Sprecher. "Die Suche nach Qualität wird eindrucksvoll unterstrichen." Das Ergebnis belege aber auch die anhaltend hohe Volatilität im Markt.

Grund für den erfolgreichen Verkauf des Nullzins-Papiers ist die Schuldenkrise. Investoren suchen händeringend nach sicheren Anlagen. Die zeigt auch die Entwicklung am Markt, auf dem bestehende Anleihen gehandelt werden. Dort sinken die Renditen deutscher Anleihen nahezu täglich auf neue Tiefstände. Zuletzt hatte sich Deutschland im April frisches Geld für zwölf Monate besorgt. Seinerzeit hatte die Rendite mit 0,07 Prozent noch etwas höher gelegen.

Die neuen Papiere sind gefragt, da sie ein hohes Maß an Sicherheit bieten. Deutschland gilt als besonders zuverlässiger Schuldner. Bieter mussten allerdings mindestens eine Million Euro investieren. "Im Zinssatz spiegelt sich das immer noch skeptische Marktumfeld wider", erklärte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums vor der Auktion.

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