"Ich stimme zu, wir brauchen ein bisschen Hilfe, aber am Ende gewinnen die Brothers immer."

Lehman Brothers - der Name hatte an der Wall Street einen Ruf wie Donnerhall. Da kann man schon auf die Idee kommen, eine Firma sei unverwüstlich, so wie Lehman-Chef Richard Fuld noch vor Ausbruch der Finanzkrise. Schließlich war es ja über mehr als 100 Jahre so, dass die "Brothers" am Ende immer gewannen. Der Satz zeugt von der Hybris der Investmentbanker - derselben Hybris, die dann zur Finanzkrise führte.

In der Nacht zum 13. September 2008 zerschellte das Weltbild von Richard Fuld. Lehman Brothers war am Ende, es fand sich kein Übernahmepartner, die US-Regierung war nicht bereit, Kapital zu geben. Lehman war Pleite, am Ende haben die Brüder verloren. Später sagte Fuld: "Ich bin mir bewusst, dass wir eben noch eine Firma hatten und am Ende keine mehr. Das hat vielen Leuten Leid zugefügt. Und ich muss damit leben."

Die Lehman-Pleite brachte die Geldströme zum Erliegen, das Vertrauen war weg. Sie bildete den Auftakt zur Finanzkrise, die nahtlos in die europäische Schuldenkrise überging und deren Folgen noch lange zu spüren sein werden. Die Erkenntnis aus der Lehman-Pleite ist, dass man eine so große Bank nicht insolvent gehen lassen kann, ohne die Weltwirtschaft an den Abgrund zu führen. Seitdem wurde jeder Pleitekandidat vom Staat oder der Staatengemeinschaft gerettet - auch eine Art Sieg.

Bild: Reuters 29. Juni 2013, 13:132013-06-29 13:13:00 © SZ vom 29.06.2013/rela