Seit Ostern war Tanken deutlich billiger geworden. Doch nun scheint es eine Trendwende nach oben zu geben: Am Donnerstag verteuerte sich Superbenzin der Sorte E10 zur Mittagszeit im bundesweiten Durchschnitt mit einem Sprung von 13,1 Cent pro Liter, wie der ADAC mitteilt. Das war so stark wie noch nie seit Einführung der 12-Uhr-Regel. Der Dieselpreis sprang mit 14,9 Cent sogar noch stärker, hier war es der zweitgrößte Anstieg seit Einführung der Regel.
Superbenzin der Sorte E10 hatte sich schon am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt leicht um 0,4 Cent auf 2,063 Euro verteuert. Diesel war noch minimal um 0,4 Cent auf 2,127 Euro pro Liter gefallen.
Hintergrund der aktuellen Bewegung könnte der Ölpreis sein, der bei der für Europa wichtigen Sorte Brent inzwischen wieder auf mehr als 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) gestiegen ist. Dieser wiederum wird vom anhaltenden Iran-Krieg beeinflusst. Die Hoffnung, dass Friedensgespräche den bewaffneten Konflikt dauerhaft beenden, schwindet offenbar. US-Präsident Donald Trump hatte zwar zuletzt den Waffenstillstand verlängert. Zugleich kündigte der Republikaner an, die Seeblockade iranischer Häfen im Persischen Golf durch die US-Marine fortzusetzen.
Gleichzeitig beschränkte Iran weiterhin den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus – etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssiggases wurden vor Beginn des Krieges Ende Februar durch die Meerenge transportiert.
Steuersenkung auf Sprit von Ende nächster Woche an
Um die Auswirkungen abzufedern und die Spritpreise zu senken, hat die Bundesregierung beschlossen, die Steuern auf Diesel und Benzin um je rund 17 Cent brutto pro Liter zu senken. Die reduzierten Steuersätze sollen vom 1. Mai bis 30. Juni gelten. Im Gesetzentwurf heißt es allerdings: „Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Steuersatzsenkung verzögert und schleichend in den Verbrauchspreisen widerspiegelt.“
In der Stellungnahme des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie heißt es, die Energiesteuer entstehe nicht erst beim Verkauf an der Tankstelle, sondern bereits dann, wenn Benzin und Diesel von den Raffinerien und großen Tanklagern ausgeliefert werden. Sämtliche Kraftstoffe, die bis zum Stichtag 1. Mai in den Tanks liegen, seien noch mit dem normalen, höheren Betrag belegt.

