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Sportausrüster:Adidas schockt Investoren

Die Fußball-WM war für Adidas überaus erfolgreich. Doch weil der Sportausrüster extrem viel Geld in Werbung gesteckt hat und zudem das Golf-Geschäft mies läuft, senkt Adidas nun die Gewinnerwartungen. Der Aktienkurs stürzt ab.

  • Adidas steckt in Schwierigkeiten. Werbung rund um die Fußball-WM hat viel Geld verschlungen, und die Abwertung des Rubel macht dem Konzern zu schaffen.
  • Der Konzern nimmt seine Umsatz- und Gewinnziele zurück, der Aktienkurs stürzt ab.
  • Der Sportausrüster will groß umbauen und Filialen im Ausland schließen.

Adidas unter Druck

Probleme in Russland und im Geschäft mit Golfausrüstung machen Adidas stärker zu schaffen als bisher eingeräumt. Der Sportausrüster schockierte Anleger am Donnerstag, als er seine Umsatz- und Gewinnziele zurücknahm. Die Abwertung von Auslandswährungen wie dem Rubel, enttäuschende Nachfrage nach Golfausrüstungen und die teure Werbeschlacht zur Fußball-WM hätten positive Beiträge der Kernmarken Adidas und Reebok weitgehend zunichte gemacht, erklärte der Konzern und kündigte an, den Konzern umzubauen.

Nach den Nachrichten ließen Investoren die Aktie abstürzen, mit einem Minus von 16 Prozent war sie mit Abstand größter Verlierer im Leitindex Dax. Seit Mitte Januar hat das Unternehmen dramatisch an Wert verloren - damals lag der Kurs in der Spitze bei knapp 93 Euro, jetzt liegt er bei etwa 59 Euro. "Das ist für viele eine Riesenenttäuschung - gerade nach der Fußball-Weltmeisterschaft", sagte ein Händler.

Umsatz- und Gewinneinbruch

Adidas rechnet für 2014 nur noch mit einem Gewinn von 650 Millionen Euro, nachdem Vorstandschef Herbert Hainer den Aktionären bisher 830 bis 930 Millionen Euro versprochen hatte. Der Umsatz werde möglicherweise nur um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen statt um einen hohen. Und in seiner Umsatzprognose berücksichtigt Adidas noch nicht einmal den Wertverlust vieler Auslandswährungen. Er schmälert die Einnahmen in Euro und macht dem Konzern seit Längerem zu schaffen.

Im zweiten Quartal bremsten Währungseffekte den Umsatzanstieg des Konzerns. Die Erlöse legten um zwei Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu, in lokalen Währungen belief sich der Anstieg noch auf mehr als neun Prozent. Der Nettogewinn brach im Quartal von 172 Millionen Euro auf 144 Million ein. Das Ziel, den Rückstand zu Branchenführer Nike in absehbarer Zeit zu verkleinern, ist damit in weite Ferne gerückt.

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Einer der bekanntesten Fußballklubs der Welt wechselt das Lager: Ab kommendem Jahr läuft Manchester United nicht mehr in Trikots von Nike, sondern von Adidas auf - ein weiterer Milliarden-Deal für den Ausrüster.

Adidas will nun in Russland weniger neue Geschäfte eröffnen und zugleich mehr Läden schließen als bisher geplant. Zahlen nannte der Konzern nicht.

Die Krise im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine, die den Kursverfall des russischen Rubel beschleunigte, erhöhe auch die Risiken für die Kauflaune der Kunden, erklärte der Konzern.

Umbau der Golftochter, mehr Geld für Werbung

Die Tochter TaylorMade-Adidas Golf, der vor allem eine nachlassende Begeisterung in den USA für den Golfsport zu schaffen macht, soll umgebaut werden. Zugleich will der Konzern das Wachstum seiner Marken Adidas und Reebok mit höheren Werbeausgaben fördern.