Sportartikel:Puma verliert Ankeraktionär

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Sportschuh von Puma, 2003

Mehr Lifestyle, weniger Sport, das war Kerings Plan für Puma. Doch der ging nicht so recht auf.

(Foto: Peter Roggenthin/dpa)

Der Luxusgüter-Konzern hielt mal die Mehrheit am Konzern. Jetzt ist davon kaum noch etwas übrig.

Drei Jahre nach seinem Rückzug bei Puma hat sich der französische Luxuskonzern Kering vom Großteil seiner verbliebenen Beteiligung an dem Sportartikelhersteller getrennt.

Der Eigentümer von Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent verkaufte über Nacht 8,9 Millionen Puma-Aktien für insgesamt rund 805 Millionen Euro an institutionelle Investoren. Die Papiere seien zu 90,30 Euro platziert worden, teilte Kering am Donnerstag mit. Der erzielte Preis liegt 3,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom Mittwoch. Bereits im Herbst hatte Kering seine Beteiligung von 16 auf 9,9 Prozent abgebaut und damals 656 Millionen Euro eingenommen.

Die Puma-Aktie reagierte am Donnerstag mit leichten Verlusten auf den weitgehenden Rückzug von Kering. Die Papiere gaben zwischenzeitlich um 2,2 Prozent auf 91,54 Euro nach. Kering-Papiere verloren in Paris 0,2 Prozent.

Dem ehemaligen Puma-Mehrheitseigentümer bleiben nach dem Verkauf des Aktienpakets noch vier Prozent an dem Unternehmen aus Herzogenaurach. Mit diesen Aktien ist Analysten zufolge eine Wandelanleihe unterlegt, sie können deshalb nicht einfach verkauft werden.

Kering war 2007 bei der Nummer drei auf dem weltweiten Sportartikelmarkt eingestiegen und wollte Puma eigentlich auf Mode und Lifestyle ausrichten. Doch das Interesse kühlte bald ab, spätestens als Puma-Chef Björn Gulden den Sport, also etwa das Geschäft mit Fußballbekleidung, stärker in den Vordergrund rückte. Vor drei Jahren gab Kering, bis dahin mit 86 Prozent an Puma beteiligt, die Mehrheit an die eigenen Aktionäre ab. Knapp 29 Prozent liegen seither bei Artemis, der Familienholding des Milliardärs François-Henri Pinault. Kering und Artemis haben sich verpflichtet, in den nächsten drei Monaten keine weiteren Puma-Aktien zu platzieren.

Mit dem Teilausstieg von Kering steigt auch der Streubesitz des Sportartikel-Konzerns auf 66,7 Prozent. Damit vergrößern sich die Chancen von Puma, bei der geplanten Erweiterung des Dax im September in den deutschen Leitindex aufzusteigen. Der Index soll von 30 auf 40 Werte wachsen. Bislang ist Puma im MDax notiert, der kleinere Unternehmen listet. Das Traditionsunternehmen hat dort einen Börsenwert von mehr als 14 Milliarden Euro.

Von der Corona-Krise haben sich Puma und seine Aktie schnell erholt. Seit dem Tief im März 2020 hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt und notiert derzeit bei ungefähr 90 Euro. Den Aufwärtstrend bei Puma untermauern auch die Ende April gemeldeten Zahlen für das erste Quartal. Das Unternehmen konnte einen Sprung des operativen Ergebnisses von 71 auf 154 Millionen Euro verkünden. Für das laufende Jahr rechnet Puma-Chef Björn Gulden mit einem Umsatzwachstum von etwa 15 Prozent.

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