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Spenden im US-Wahlkampf:Schmutzig, verletzend, teuer

Der Wahlkampf 2012 war für beide Seiten schmutzig, verletzend - und vor allem teuer. Nie zuvor haben Kandidaten und ihre Verbündeten in den USA so viel Geld verheizt. Eine Sechs-Milliarden-Dollar-Schlacht ist es geworden. Abermillionen flossen in aggressive Werbespots, die sogenannten Attack Ads, mit denen die Kandidaten übereinander herfallen. Abermillionen finanzierten den Einsatz der Bodentruppen, die seit Monaten von Haus zu Haus streifen, um Anhänger zu mobilisieren und Unentschiedene zu überzeugen. Der Kampf um das Weiße Haus und den Kongress hat fast so viel Geld gekostet, wie Deutschland pro Jahr für die Entwicklungshilfe ausgibt.

US-Präsident Barack Obama

Sein Leben in Bildern

Dass der Wahlkampf im Zeichen der Spendenflut stehen würde, war lange klar. 2010 hatte der Supreme Court die bestehende Finanzordnung über den Haufen geworden. Seither dürfen Unternehmen Wahlkampfgruppen in unbegrenzter Höhe finanzieren. Wenn sie sich geschickt anstellen, müssen sie sich dabei nicht einmal zu erkennen geben. So hilft die US-Handelskammer den Republikanern mit mehr als 30 Millionen Dollar - und niemand weiß, woher das Geld kommt. Hinzu kommen die Ausgaben von Organisationen, die vorgeben, unabhängig zu sein, faktisch aber fest an der Seite der Kandidaten stehen. Diese sogenannten Super Pacs tragen Namen wie "Americans for Responsible Leadership" und "Crossroads GPS", und die meisten von ihnen haben sich darauf spezialisiert, Obama wahlweise als Versager oder Sozialisten zu brandmarken.

Auch Obama schwimmt im Geld

Dennoch haben sich die Befürchtungen der Demokraten, ihr Kandidat würde unter den Spendenlawinen der Konzerne, Hedgefonds und Banken verschüttet, nicht bestätigt. Zwar hat Obama den strategischen Finanzvorteil, den er 2008 genießen konnte, eingebüßt. Doch auch er schwimmt im Geld. Und nicht nur das tausendköpfige Kleinspenderheer, das sich hinter ihn geschart hat, füllt seine Wahlkampfkassen. Der vermeintliche Unternehmerschreck kann auf die Unterstützung von Kanzleien, Medienkonzernen und Internetfirmen zählen.

Der US-Präsident

Zehn Dinge, die Sie noch nicht über Obama wissen

Obama mag Manhattan verloren haben, nicht aber Kalifornien. Hollywood und das Silicon Valley, die beiden großen amerikanischen Traumfabriken, stehen treu an seiner Seite. Selbst die Angestellten der News Corporation des konservativen Tycoons Rupert Murdoch, zu der der strammrechte Krawallkanal Fox News zählt, stimmten mit ihren Scheckbüchern für Obama. Immerhin: Montgomery Burns, der erzkapitalistische Comic-Fiesling aus der Fox-Serie "The Simpsons", hat in einem Satirefilmchen seine Unterstützung für Mitt Romney kundgetan.

Doch es hat nichts genützt, genau wie die Kampagne des Großinvestors Cooperman. Präsident Obama behauptet sich im Amt. Die Spendenflut seiner Gegner hat diesen Wahlkampf bestimmt, doch sie hat ihn nicht entschieden.