Wenn man sich einen idealen Sparkassenkunden vorstellt, dann in etwa so: solide, bodenständig, mittleres Alter, gutes Einkommen, ein paar Vermögensanlagen, Immobilien, verwurzelt im Heimatort. Man stellt sich Menschen vor wie Gitte und Martin W., über die man im Juli 2018 in der Neuen Presse Coburg unter der Überschrift „Perlen der Altstadt“ lesen konnte: Das Ehepaar hat damals eine Medaille gewonnen, weil es ein „Werkstattgebäude mit Zollingerdach“ vor dem Verfall gerettet hat. Unter anderem mit einem Baukredit von der Sparkasse – aber da haben sie mittlerweile kein Konto mehr.
Sparkassen„Eine lupenreine Falschberatung“
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Mehr als 60 Jahre lang war Martin W. Kunde einer Sparkasse. Bis ihm dort Zertifikate angeboten wurden – Finanzprodukte, die Verbraucherschützer schon lange kritisieren. Die Geschichte einer Entfremdung.
Von Gunnar Herrmann und Meike Schreiber, München, Frankfurt
