Raumfahrt SpaceX testet erfolgreich Schwerlastrakete "Falcon Heavy"

  • SpaceX testet zum ersten Mal seine neue Schwerlastrakete Falcon Heavy.
  • Am Dienstag startete die leistungsstärkste Rakete seit der Saturn V erfolgreich Richtung Mars.
  • Der ursprünglich geplante Start verzögert sich allerdings.
Von Hans von der Hagen und Dieter Sürig

Elon Musk dürfte gerade der glücklichste Mensch der Welt sein. Mit mehrjähriger Verzögerung ist am Dienstag der Premierenstart seiner Trägerrakete Falcon Heavy gelungen. Die Rakete hob um 15.45 Uhr Ortszeit mit 27 Triebwerken problemlos vom Kennedy-Space-Center aus in den blauen Florida-Himmel, erreichte bereits nach gut zwei Minuten eine Geschwindigkeit von 5000 Stundenkilometern und war nach knapp dreieinhalb Minuten im Weltall. Und Musks Raumfahrtfirma SpaceX machte eine riesige Show daraus: Erst landeten zwei der wieder verwendbaren Booster unter großem Jubel der SpaceX-Mitarbeiter zeitgleich auf Plattformen nahe des Kennedy-Space-Centers. Allerdings landete der zentrale dritte Antrieb nicht wie geplant auf einer Schwimmplattform, sondern im Wasser des Atlantiks.

Damit nicht genug: Wenig später übertrug SpaceX erste Bilder von Musks rotem Tesla-Roadster in der Erdumlaufbahn. Am Steuer eine Astronautenpuppe namens Starman, dazu erklang "Life on Mars" von David Bowie. Am Armaturenbrett der Aufkleber "Don't panic" in Anspielung auf das Buch "Per Anhalter durch die Galaxis". Der Tesla ist mit drei Kameras ausgestattet und liefert bereits Live-Bilder von Starman im Internet. Als weitere Überraschung hat Elon Musk in seinem Tesla einen Datenträger mit einer Art Bibliothek des menschlichen Wissens deponiert sowie eine Plakette mit den Namen von 6000 seiner Mitarbeiter. Das E-Auto rast nun auf der Falcon Heavy mit 40 000 Stundenkilometern um die Sonne und kommt dabei auch irgendwann am Mars vorbei.

Zunächst sah es am Dienstag so aus, als würde der Start der Falcon Heavy wegen ungünstiger Windverhältnisse verschoben. Tausende Raumfahrtfans wurden schließlich für ihre Geduld belohnt. Viele hatten sich bereits in den Morgenstunden im Raumfahrtzentrum oder an einem der nahen Strände eingefunden, um den Start beobachten zu können. Seit dem Ende des Spaceshuttle-Programms hat die Nasa dort nicht mehr einen solchen Auflauf erlebt. Wohl bis zu 100 000 Besucher wollten dabei sein, wenn Elon Musk der US-Raumfahrt mit dem Erststart der 70 Meter hohen Falcon Heavy-Rakete womöglich zu neuem Glanz verhilft.

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, der dritte Antrieb der Rakete sei wie geplant auf einer Schwimmplattform gelandet. Dies ist nicht richtig, das Bauteil stürzte in den Ozean. Wir haben den Fehler korrigiert.