BörsePrivatanleger können sich am Space-X-Börsengang beteiligen

Lesezeit: 2 Min.

Die Space-X-Rakete  Starship  soll für die Nasa zum Mond fliegen. Ob die Aktie auch „to the moon“ unterwegs ist, muss sich in den kommenden Wochen zeigen.
Die Space-X-Rakete Starship soll für die Nasa zum Mond fliegen. Ob die Aktie auch „to the moon“ unterwegs ist, muss sich in den kommenden Wochen zeigen. Steve Nesius/REUTERS
  • Space-X strebt mit seinem Börsengang eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen US-Dollar an und will 75 Milliarden Dollar einsammeln.
  • Deutsche Online-Broker ermöglichen Privatanlegern erstmals die Zeichnung von Space-X-Aktien vor dem Handelsbeginn am Freitag.
  • Verbraucherschützer raten vom Kauf ab, da Börsengänge hochriskant sind und Space-X trotz hoher Bewertung noch Verluste macht.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Aber sollten sie das tun? Wer die Aktie vorab zeichnet, geht einige Risiken ein.

Von Gunnar Herrmann

SZ bei Google bevorzugen

Mit dem Börsengang von Elon Musks Weltraumfirma Space-X stellen sich deutschen Privatanlegern ganz neue Fragen. In den Apps mehrerer deutscher Online-Broker wird bereits kräftig dafür geworben, die Space-X-Aktien schon jetzt zu zeichnen. Das ist neu, bei vielen vergangenen Börsengängen mussten sich Privatanleger bis zum ersten Handelstag gedulden. Wer die Aktie zeichnet, erfährt am Freitag, wie viele Anteile er zugeteilt bekommt – noch bevor die New Yorker Technologiebörse Nasdaq gegen 15 Uhr deutscher Zeit mit dem Handel beginnt. Aber ist es eine gute Idee für Privatanleger, sich an solchen Mega-Börsengängen zu beteiligen?

Die Frage könnte sich dieses Jahr noch öfter stellen: Das KI-Unternehmen Anthropic strebt ebenfalls aufs Parkett. Und am Dienstag wurde bekannt, dass auch Konkurrent Open AI bei der US-Börsenaufsicht die Papiere für den IPO eingereicht hat. Die englische Abkürzung steht für „Initial Public Offering“. Unter Finanzprofis kursiert aber der Witz, sie könnte auch für „It’s probably overpriced“ stehen – also: „Es ist vermutlich überteuert“. Denn Börsengänge sind hochriskant.

Auch Elon Musk selbst gilt vielen als ein Risiko

Im Fall von Space-X gilt das ganz besonders. Das Unternehmen möchte mit dem Börsengang eine Marktkapitalisierung von etwa 1,75 Billionen US-Dollar erreichen, das wäre also dann der Wert aller vorhandenen Anteile. An der Börse sollen vorerst nur etwas weniger als fünf Prozent dieser Aktien gehandelt werden – der sogenannte Streubesitz. 75 Milliarden Dollar will Space-X damit einsammeln. Die Marktkapitalisierung entspräche damit fast dem 100-Fachen des Jahresumsatzes 2025. Gewinne kann die Firma bislang keine verbuchen, im vergangenen Jahr machte sie knapp fünf Milliarden Dollar Verlust. Mit anderen Worten: Die hohe Bewertung speist sich allein aus der Hoffnung, dass das Unternehmen in Zukunft sehr stark wächst. Und diese Hoffnung ist außerordentlich groß. Nvidia, das derzeit wertvollste Tech-Unternehmen, das noch dazu hochprofitabel ist, wird nur mit dem 22-Fachen des Jahresumsatzes bewertet. Bei Amazon etwa liegt der Kurs nur beim drei- bis vierfachen Jahresumsatz.

Bislang erwirtschaftet Space-X seine Umsätze hauptsächlich mit seinem Satellitennetzwerk Starlink. Künftig möchte es nach eigenen Angaben auch Städte auf dem Mond und dem Mars sowie Datenzentren im All errichten. Grundsätzlich bergen solch große Versprechungen immer ein hohes Risiko für Enttäuschungen – wenn das erhoffte Wachstum ausbleibt oder stockt. Viele Experten sehen es zudem als Risiko, dass Space-X sehr von seinem Gründer Elon Musk abhängt. Er wird dem Börsenprospekt zufolge die übergroße Mehrheit der Stimmrechte für sich behalten und damit im Alleingang über die Geschicke der Firma bestimmen können.

Verbraucherschützer raten, erst einmal abzuwarten

Ab Freitag nach Börsenstart wird sich erstmals zeigen, wie zutreffend die momentanen Bewertungen tatsächlich sind. Denn erst, wenn die Aktie einer Firma an der Börse gehandelt wird, kann sich am Markt ein gültiger Preis dafür bilden. In den Tagen und Wochen nach einem Börsengang schwankt der Kurs eines Wertpapiers oft entsprechend stark. Käufer, die sich bei der Zuteilung nicht ausreichend berücksichtigt fühlen, können versuchen, ihre Positionen aufzustocken, was den Preis treiben kann. Eigner der ersten Stunde, etwa Mitarbeiter oder frühe Investoren, können auf der anderen Seite nach dem Börsenstart Anteile verkaufen, um Gewinne mitzunehmen, was den Kurs wiederum drücken kann.

Verbraucherschützer und Anlageexperten raten Privatanlegern meistens ohnehin vom Kauf einzelner Unternehmensaktien ab, weil diese stark schwanken können – diese allgemeine Warnung kann für Börsengänge noch einmal im Speziellen gelten. Wer ETFs besitzt, wird möglicherweise ohnehin ein bisschen Space-X in sein Depot bekommen. Denn einige ETFs werden in den Wochen nach dem Börsenstart gezwungen sein, das Wertpapier zu kaufen, wenn das Unternehmen in mehrere Indizes aufgenommen wird. Auch das kann den Aktienkurs schwanken lassen.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: