RaumfahrtElon Musk verschiebt seine Marspläne

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Die obere Stufe des „Starship“ von Space-X auf dem Weg von der Produktionshalle zur Startrampe im texanischen Starbase am Golf von Mexiko.
Die obere Stufe des „Starship“ von Space-X auf dem Weg von der Produktionshalle zur Startrampe im texanischen Starbase am Golf von Mexiko.
Steve Nesius/Reuters

Seine Firma Space-X muss erst einmal Nasa-Astronauten zum Mond bringen. Der erste Testflug soll bereits in einem Jahr stattfinden, doch fehlen dafür noch Kleinigkeiten wie die Rakete und eine Tankstelle im Orbit.

Von Dieter Sürig

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Der Mars muss warten: US-Milliardär Elon Musk gleicht seine mitunter ziemlich utopischen Vorhaben immer mal wieder der schnöden Realität an – also dem tatsächlichen Entwicklungstempo seiner Raumfahrtfirma Space-X. Nun verschiebt er seine Besiedlungspläne des Roten Planeten um mindestens fünf Jahre.

Eigentlich wollte er bereits Ende dieses Jahres fünf Starship-Raumschiffe ohne Astronauten zum Mars schicken, um ein Startfenster für eine kürzere Flugdauer von etwa sechs Monaten auszunutzen. Dies hängt auch mit der Position der Planeten im Sonnensystem zusammen. Hätte dies geklappt, sollten zwei Jahre später die ersten Menschen zum Mars aufbrechen. Nun bremst Musk die Erwartungen wieder. Erste Flüge, um eine Stadt auf dem Mars zu errichten, sollen nun in fünf bis sieben Jahren starten, schrieb Musk am ‌Sonntag auf der von ihm betriebenen Social-Media-Plattform X.

Bei aller Euphorie hatte Musk bisher wohl die Kleinigkeit verdrängt, dass seine Riesenrakete Starship nach mehreren Abstürzen noch nicht einmal die Erde komplett umkreist, geschweige denn den Mond erreicht hat. Dies ist aber Voraussetzung dafür, dass die Raumfahrtbehörde Nasa in den kommenden Jahren erstmals seit 1972 wieder Menschen auf dem Mond landen kann. Space-X hatte den vier Milliarden Dollar schweren Nasa-Auftrag für das Landegerät gewonnen und will dafür das Starship modifizieren. Die Nasa hat diese Mission namens Artemis 3 mehrmals verschoben – auch wegen Space-X. Entsprechend steigt der Druck der Nasa, zumal auch China eine bemannte Mondlandung plant.

Eine Tankstelle im Erdorbit muss Space-X auch noch bauen

Das Mond-Konzept sieht vor, dass Space-X zunächst eine Weltraumtankstelle im Erdorbit aufbauen muss. Dort soll das Starship nach dem Start betankt werden, um genug Sprit für die Reise zum Mond und zurück zu haben. Als Ziel für eine ‍unbemannte Mondlandung, die auch Voraussetzung für den Artemis-3-Flug ist, werde März 2027 anvisiert, schrieb das Wall Street Journal (WSJ). Kritiker zweifeln allerdings auch an diesem Zeitplan, zumal es bisher weder ein funktionierendes Starship noch die Tankstelle im Orbit gibt.

Space-X habe Investoren mitgeteilt, dass es den Mond priorisieren und eine Reise zum Mars zu einem späteren Zeitpunkt anstreben werde, meldete das WSJ. Stattdessen konzentriere sich Space-X auf den Bau einer „selbst wachsenden Stadt“, so Musk auf X. Eine Mondbasis könne in weniger als zehn Jahren realisiert werden. Oberste Priorität sei es, „die Zukunft der Zivilisation zu sichern, und der Mond ist schneller“.

Nun kümmert sich Musk aber auch noch um eine irdische Mission: Er hat kürzlich bekannt gegeben, dass Space-X seine KI-Firma xAI übernehmen soll. Die Raumfahrtfirma, die voraussichtlich im Sommer an die Börse gehen könnte, wird dabei mit einer Billion Dollar bewertet, die KI-Firma mit 250 Milliarden Dollar. Musk will damit die Pläne für Rechenzentren im Erdorbit vorantreiben, die dort energieeffizienter seien als auf der Erde.

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