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Solarförderung:Finanzfinsternis für Sonnenstrom

Der Bund kürzt die Förderung für Solarenergie drastisch. Die Branche steht unter Schock.

Nach wochenlangem Ringen hat die Regierungskoalition ihren Streit um Einschnitte bei der Solarförderung beigelegt. Bereits Mitte des Jahres sollen die Fördersätze trotz zähen Widerstands betroffener Bundesländer und dramatischer Appelle der Branche drastisch sinken.

Solarenergie. Foto: dpa

Harte Einschnitte in der Solarförderung: "Diese Energiepolitik gefährdet die Führungsrolle der deutschen Solarindustrie", sagt der Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft.

(Foto: Foto: dpa)

Die geplante Senkung der Solarförderung war zuletzt zum Zankapfel der schwarz-gelben Koalition geworden. Erst in der Nacht zum Freitag hatten sich Energie- und Umweltexperten der Koalition auf eine Lösung verständigt. Am Freitag schließlich beschlossen die Koalitionsspitzen von Union und FDP den Kompromiss der Verhandler.

Das Thema ist eines der heikelsten der Koalition. Nicht nur die betroffenen Firmen wehrten sich vehement gegen die harten Einschnitte. Auch mehrere Bundesländer gingen auf die Barrikaden. Doch die Bundesregierung bleibt hart. Die Vergütung für Solarstrom soll zum 1. Juli um 16 Prozent sinken. Besitzer von Solaranlagen bekommen damit nur noch 33 Cent je eingespeiste Kilowattstunde Strom, wenn die Solarzellen auf Dächern angebracht sind.

Für Solarparks auf ehemals militärisch oder industriell genutzte Flächen, die aufwendig saniert werden müssen, soll die Vergütung nur um elf Prozent sinken - auf dann 25 Cent. Die Sätze sind jeweils für 20 Jahre garantiert. Gezahlt werden sie per Umlage von allen anderen Stromkunden.

"Kürzungen sind industriepolitisch verantwortungslos"

Ziel sei es gewesen, die "Traumrenditen zu Lasten der Verbraucher zu beenden", hieß es in der Koalition. Auch Investoren, die auf Ackerflächen Solarparks errichten wollen, werden künftig auf jegliche Förderung verzichten müssen.

Die Solarbranche reagierte am Freitag schockiert. "Kürzungen in dieser Größenordnung sind in einer Phase harten internationalen Wettbewerbs um einen der größten Zukunftsmärkte industriepolitisch verantwortungslos", sagte Günther Cramer, Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft. "Diese Energiepolitik gefährdet die Führungsrolle der deutschen Solarindustrie."

Vergeblich hatten Spitzenmanager der Branche vor katastrophalen Folgen der Kürzung, vor dem drohenden Ende für viele Solarfirmen und der Abwanderung der Massenproduktion nach Asien gewarnt. Der Chef des mit einer Milliarde Euro Umsatz größten deutschen Solarkonzerns Solarworld, Frank Asbeck, befürchtet nun das Aus von 40.000 der 60.000 Branchenjobs.