Braucht man das?:Hybrid-Smartwatch von Tissot

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T-Touch connect Solar

Fast nicht als Smartwatch zu erkennen: die T-Touch connect solar von Tissot.

(Foto: OH)

Analog und digital vereint, sechs Monate ohne Aufladen - das klingt doch gut, zumal wenn ein Unternehmen wie Tissot dahintersteht. Doch die Smartwatch der Schweizer lässt auch einiges vermissen.

Von Thorsten Riedl

Seit 1853 baut Tissot Uhren. Stolz prangt das Datum auf Zeitmessern der Schweizer Marke - und neuerdings auch in der App T-Connect der Tochtergesellschaft des Swatch-Konzerns. Die App dient dazu, die T-Touch Connect zu steuern, die erste smarte Uhr des Herstellers, "Swiss made". Die hybride Uhr, ein Mix aus Analog- und Smartwatch, verbinde "ein klassisches Meisterwerk mit vernetzten Funktionen", wirbt das Unternehmen. Das hat seinen Preis, wobei allerdings lieb gewonnene Funktionen von Uhren der Tech-Unternehmen wie Apple, Huawei oder Samsung fehlen.

Schön ist sie ja geworden, die T-Touch. Das Zifferblatt wird umfasst von einem 47-Millimeter-Titangehäuse mit Keramiklünette. Geschützt ist es durch kratzfestes Saphirglas. Auch im Dunklen lässt sich die Uhrzeit dank der phosphoreszierenden Zeiger gut ablesen. Darunter befindet sich eine Solarzelle, sodass die Uhr laut Angaben von Tissot nur alle sechs Monate geladen werden muss. Großartig.

Bedient wird die T-Touch Connect über die Krone, zwei Tasten und berührungsempfindliche Bedienelemente auf dem Zifferblatt. Daran muss man sich erst gewöhnen. Viel zu erkunden gibt es aber ohnehin nicht: Ein kleines Display, eingefasst zwischen 5-, 6- und 7-Uhr-Position der Uhr, zeigt etwa eingehende Nachrichten. Um die auf dem reflektiven Schirm zu lesen, braucht es gute Augen - und einen schnellen Blick. Das Display leuchtet nur kurz. Satellitennavigation gibt es, noch ohne Funktion, dazu Barometer, Kompass, Thermometer, Höhenmesser - und Schrittzähler. Das war es. Fortgeschrittenes wie Pulsmesser, Sauerstoffsättigung im Blut oder eine Bezahlfunktion fehlen. Das kontaktlose Zahlen vermisst man in diesen Zeiten besonders. Zumal vom Mutterkonzern Swatch eine brauchbare Lösung existiert.

Etwa 1000 Euro kostet die T-Touch Connect. Kaufen sollen sie laut Tissot "aktive Leute", die eine "Schweizer Uhr" suchen - "keinen Unterhaltungselektronikartikel". Allerdings: Für smarte Funktionen eignen sich Smartwatches von Apple & Co. besser, für Fitness die von Garmin oder Fitbit. Hybride Uhren von Withings oder Fossil sehen auch schön aus. Die Tissot-Uhr brilliert in keiner Disziplin. Selbst Schweiz-Fans sind mit der Konkurrenz oder einer klassischen Tissot besser bedient.

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