Deutsche Verbraucher müssen für ihr Smartphone
immer mehr Geld bezahlen. Der Durchschnittspreis dürfte im laufenden Jahr um drei Prozent auf 646 Euro steigen, prognostiziert der Digitalverband Bitkom. Dies sei mehr als doppelt so viel, wie Konsumenten eigentlich ausgeben wollten. Daher rechnet der Verband für 2026 mit einem weiteren Rückgang des Smartphone-Absatzes um etwa vier Prozent auf 18,8 Millionen Geräte. Andere Experten halten ein zweistelliges prozentuales Minus für möglich.
Ein Preistreiber für Smartphones sei der Kostenanstieg bei Speicherchips, sagt Sebastian Klöß, Leiter des Bereichs Technologien und Märkte bei Bitkom. Bei Mittelklassegeräten machten
sie etwa 15 bis 20 Prozent der Materialausgaben aus. Um die Verkaufspreise stabil zu halten, so Klöß, werden einige Hersteller voraussichtlich weniger Speicher einbauen, was den Anstieg der Preise dämpfen könnte.
Auf die steigenden Kosten reagieren die Verbraucher, in dem sie ihr Smartphone für einen längeren Zeitraum nutzen. Knapp die Hälfte habe ihre Geräte zwei oder mehr Jahre in Gebrauch, diese Quote habe 2022 noch bei 16 Prozent gelegen. Daher legen 97 Prozent der mehr als 1000 Befragten Wert auf ein robustes Handy. Nachhaltigkeit (92 Prozent) und Reparierbarkeit (82 Prozent) seien ebenfalls wichtige Kaufkriterien.
Ein Comeback sogenannter Dumbphones sei dagegen nicht zu beobachten. Darunter verstehen Experten Mobiltelefone im Stil der 1990er-Jahre mit Tasten statt Touchscreen und ohne Apps. Lediglich zehn Prozent der Deutschen nutzten derartige Geräte. Dabei handele es sich vor allem um Menschen, die älter sind als 65 Jahre. Für alle anderen spiele künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle. „KI-Funktionen setzen sich dort durch, wo sie im Alltag entlasten“, sagte Marcel de Groot, Bitkom-Präsidiumsmitglied und Chef von Vodafone Deutschland. „Beim schnellen Schreiben von Mails, bei der Suche nach Informationen oder beim Schutz vor betrügerischen Anrufen.“
Der Gesamtumsatz rund um Smartphones werde in diesem Jahr um ein Prozent auf 40,6 Milliarden Euro steigen, heißt es von Bitkom. Rund die Hälfte davon entfalle auf Sprach- und Datendienste. Das größte Wachstum sei mit einem Plus von knapp vier Prozent auf 2,4 Milliarden Euro bei Apps zu erwarten. Investitionen in Netzinfrastruktur stiegen voraussichtlich um 2,1 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.
