WirecardZwei Geschäftsleute wegen Betrugs verurteilt

Die ehemalige Wirecard-Zentrale nahe München. Die Aufarbeitung des Skandals um den Zahlungsdienstleister ist langwierig.
Die ehemalige Wirecard-Zentrale nahe München. Die Aufarbeitung des Skandals um den Zahlungsdienstleister ist langwierig. Peter Kneffel/Peter Kneffel/dpa

Die beiden Männer haben laut einem Gerichtsurteil Wirtschaftsprüfer getäuscht. Sie bestätigten Treuhandkonten bei der Buchhaltungsfirma ‌Citadelle in Singapur, die es gar nicht gab.

Ein Gericht in Singapur hat zwei Geschäftsleute im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal wegen der Fälschung von Dokumenten zu langen Haftstrafen verurteilt. Dies berichteten lokale Medien am Dienstag. Dem ‍Nachrichtensender CNA zufolge wurde ein 59-jähriger Singapurer zu zehn Jahren und ein ‌51-jähriger Brite zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.

Die beiden Männer hatten demnach Wirtschaftsprüfer getäuscht, indem sie fälschlicherweise bestätigten, dass der Zahlungsdienstleister Hunderte ⁠Millionen Euro auf Treuhandkonten der Singapurer Buchhaltungsfirma ‌Citadelle halte. Sie wollen dem Bericht zufolge Berufung gegen die Urteile einlegen. Eine Bestätigung des Gerichts lag zunächst nicht vor.

Der Singapurer war als Direktor von Citadelle ‍bereits im September in 13 Anklagepunkten ‌wegen der Fälschung von Saldenbestätigungen zwischen 2016 und 2018 für schuldig befunden worden. Der Brite, der die Dienste von Citadelle zur Gründung von Unternehmen in Singapur genutzt hatte, wurde in fünf Fällen der Beihilfe ⁠für schuldig befunden. CNA zufolge hatten die beiden Verurteilten Anweisungen von hochrangigen Wirecard-Führungskräften entgegengenommen.

Wirecard war im Juni 2020 als erster Dax-Konzern zusammengebrochen, als aufflog, ‍dass dem Zahlungsabwickler auf Treuhandkonten in Asien 1,9 ‌Milliarden Euro fehlten. Es ist einer der größten Finanzskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Zur Aufarbeitung der Pleite laufen noch immer mehrere Gerichtsverfahren. Im Ringen um Entschädigung für Aktienkursverluste hatte der Fondsanbieter Union Investment im November ‍eine Niederlage vor dem Bundesgerichtshof erlitten.

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