Ob er Siemens heute noch einmal in einem Berliner Hinterhof gründen würde, so wie es damals war, im Jahr 1847? Roland Busch, der heutige Chef des Weltkonzerns, der sich aus dem Start-up von damals entwickelt hat, ist da skeptisch. Der „Löwenanteil“ der Milliarde Euro, die Siemens in den kommenden drei Jahren in Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI) steckt, fließe jedenfalls in die USA. Und vermutlich würde er dorthin gehen, wenn er heute ein neues Unternehmen gründen müsste. „Wir glauben an die Wirtschaftskraft Deutschlands“, sagt Busch zwar. „Aber Fakt ist auch: Es muss sich schnell etwas ändern.“
SZ WirtschaftsgipfelOh, wie schön ist Amerika?
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Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise: Die Stimmung ist mies, die Aussicht kaum besser. Der Siemens-Chef etwa würde heute lieber in den USA gründen. Das gelobte Land also? Vielleicht nicht. Aber man kann ja mal hinschauen.
Von Stephan Radomsky, Berlin
