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Siemens-Vorstand Janina Kugel:Diese Frau ist für 341 000 Mitarbeiter zuständig

Janina Kugel arbeitet seit 14 Jahren für Siemens und ist nun vom Aufsichtsrat als Arbeitsdirektorin in den Vorstand berufen worden.

(Foto: oh)
  • Janina Kugel macht bei Siemens Karriere: die 45-Jährige ist künftig als Arbeitsdirektorin für mehr als 340 000 Mitarbeiter weltweit verantwortlich.
  • Die Aufgabe ist heikel: Die starren Strukturen im Konzern sollen flexibler werden und Tausende Stellen wegfallen - gegen den Widerstand starker Arbeitnehmervertreter.

Von Caspar Busse

Es ist eine Schlüsselposition im Konzern: Janina Kugel, 45, ist nun von der kommenden Woche an für 341 000 Siemens-Mitarbeiter weltweit zuständig. Es ist eine atemberaubende Karriere für die resolute gebürtige Stuttgarterin: In wenigen Jahren hat sie es nach ganz oben geschafft und ist nun jüngstes Mitglied im Siemens-Vorstand. Kugel studierte in Mainz und Verona Wirtschaft und heuerte dann bei der Unternehmensberatung Accenture an. 2001 kam sie zu Siemens, arbeitete unter anderem drei Jahre lang in Italien. Nach einem Intermezzo bei der selbständig gewordenen Lichtfirma Osram holte der neue Siemens-Chef Joe Kaeser sie in seinen engsten Beraterkreis, sein sogenanntes Küchenkabinett.

Der neue Job birgt viel Konfliktpotenzial

Dort war Kugel zuletzt unter anderem für die Führungskräfte-Entwicklung zuständig. Schon länger war klar, dass Kugel irgendwann in den Vorstand aufsteigen könnte. Doch nun ging alles überraschend schnell. Dabei übernimmt die Mutter von Zwillingen als neue Arbeitsdirektorin eine alles andere als leichte Aufgabe. Denn traditionell sind die Arbeitnehmervertreter stark bei Siemens, wollen ein gewichtiges Wort mitreden. Die Strukturen sind noch immer starr, zudem sollen Tausende Stellen gestrichen werden, viele Mitarbeiter müssen sich intern auf neue Jobs einstellen. Das birgt viel Potenzial für Konflikte.

Ihr Vorgänger waren alle erfolglos

Kugels Vorgänger sind alle gescheitert. Siegfried Russwurm hatte die Aufgabe bei der letzten Vorstandsumbildung ohnehin nur unwillig übernommen, dessen Vorgänger Klaus Helmrich galt im Unternehmen als überfordert. Davor war die Österreicherin Brigitte Ederer am Ruder. Die Sozialdemokratin ("die rote Gitti") stürzte am Ende, auch weil ihr Verhältnis zu den Arbeitnehmern angespannt war und es Krach mit Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler gab. Janina Kugel weiß also, worauf sie sich einlässt.

© SZ vom 28.01.2015/chof
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