Siemens setzt seine milliardenschwere Einkaufstour für Industriesoftware fort. Zum zweiten Mal binnen weniger Monate übernimmt der Münchner Technologiekonzern eine Softwarefirma aus den USA, um sein Geschäft mit Automatisierungstechnik zu stärken. Siemens zahlt 5,1 Milliarden Dollar für Dotmatics, eine auf Software für die Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln spezialisierte Firma aus Boston.
„Die Übernahme von Dotmatics ist Teil unseres Wachstumsprogramms ‚One Tech Company‘, mit dem wir unsere führende Position bei Industriesoftware weiter ausbauen und unseren Kunden helfen, noch schneller innovativ zu sein“, sagte Vorstandschef Roland Busch. Erst vor Kurzem hatte der Konzern die zehn Milliarden Dollar schwere Übernahme der US-Industriesoftwarefirma Altair Engineering perfekt gemacht.
Siemens erhofft sich von der Übernahme von Dotmatics mehr Geschäft mit der Pharmaindustrie, einer Branche, in der die Automatisierungs-Sparte Digital Industries bisher nur in der Produktion, nicht aber in der teuren Entwicklung vertreten ist. Der Markt, den Siemens mit seiner Industriesoftware erschließen könne, wachse damit um elf Milliarden auf 79 Milliarden Dollar. „Künstliche Intelligenz hat sich in zahlreichen Branchen zu einer transformativen Kraft entwickelt, und ihre Anwendung in den Life Sciences gewinnt zunehmend an Bedeutung“, sagte Busch. Er hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Anteil von Software am Umsatz von Siemens zu verdoppeln.
