Investigativ-Reportage:Siemens und die schmutzigen China-Geschäfte

Lesezeit: 16 min

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Das Land, das sich modernisieren will, aber an den alten Gepflogenheiten festhält: Bestechung gehört in der Volksrepublik China im Geschäftsleben dazu. Illustration: Peter M. Hoffmann

Der Konzern gibt sich seit Jahren als Saubermann. Doch Korruptionsurteile wecken Zweifel, ob das Unternehmen sein Geld immer mit ganz makellosen Methoden verdient.

Von Christoph Giesen, Klaus Ott und Nicolas Richter

Um an sein Geld zu kommen, musste Direktor Chen das Auto nehmen. Zwei Stunden Fahrt von Qinzhou in die Provinzhauptstadt Nanning; vor dem Honglin-Hotel hielt er an, wie verabredet. Nun ging alles sehr schnell. Ein Mann kam, verstaute fünf große Kartons in Chens Auto, dann machte der Direktor sich schon wieder auf den Heimweg. Zu Hause wuchtete er die Pappkisten in sein Schlafzimmer, öffnete sie und fand bündelweise 100-Yuan-Scheine darin, sanft rot, mit dem Konterfei von Mao Zedong, alles wie verabredet. Insgesamt 60 000 Scheine, sechs Millionen Yuan, umgerechnet eine dreiviertel Million Euro. Es war Chens Lohn - sein Schmiergeld.

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