Sie kannten sich aus seinem Golfklub Fontana, für das vielleicht entscheidende Treffen aber verabredeten sie sich nach den Erkenntnissen der Strafermittler lieber außerhalb, am Autobahnrasthof Guntramsdorf, 20 Kilometer südlich von Wien. Schließlich war das, was der österreichische Industrielle Siegfried Wolf mit der Leiterin des für ihn zuständigen Finanzamts zu besprechen hatte, von ebenso diskreter wie delikater Natur. Die Frau kennt in Deutschland niemand, der Unternehmer ist in der Wirtschaft hierzulande eine große Nummer. Wolf, 68, einst Chef des Autozulieferers Magna, sitzt in den Aufsichtsräten des Volkswagen-Mutterkonzerns Porsche Holding SE und beim Zulieferriesen Schaeffler. Zu beiden Eigentümerfamilien werden ihm ähnlich enge Beziehungen nachgesagt wie früher zum Kreml. In der Alpenrepublik droht Siegfried Wolf nun allerdings eine Gefängnisstrafe. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat ihn wegen Bestechung und Anstiftung zum Amtsmissbrauch angeklagt.
KorruptionsvorwürfeSchaeffler-Aufsichtsrat Siegfried Wolf droht Gefängnisstrafe
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Der Österreicher Siegfried Wolf gehört zu den mächtigsten Managern Europas. Nun klagt ihn die Staatsanwaltschaft in Wien wegen Bestechung und Anstiftung zum Amtsmissbrauch an. Seine einflussreichen Freunde halten weiter zu ihm.
Von Uwe Ritzer, Wien/München