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Senffirma Develey:Develey-Chef: "Wir sollten Trump einfach eine Chance geben"

Er führt Deutschlands größten Senfhersteller: Michael Durach

(Foto: Stephan Rumpf)

Deutschlands größter Senfhersteller investiert in den USA. Der Konzern hat keine Angst vor dem neuen US-Präsidenten.

Von Silvia Liebrich

Sein Unternehmen hat gerade erst 20 Millionen Euro in die Expansion auf dem US-Markt investiert. Die Wahl von Donald Trump sieht der Chef der Senf- und Saucenfirma Develey aber gelassen. "Wir müssen die Ansichten von Herrn Trump ja nicht alle teilen, aber wir sollten ihm einfach eine Chance geben, zu zeigen, was er kann", sagt Geschäftsführer Michael Durach im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, dass er die heimische Wirtschaft stärken und gegen ausländische Konkurrenz schützen will. "Für uns bedeutet das erst einmal nicht viel, weil wir schon mitten im Bau sind", sagt Durach. Ein neues Develey-Werk für Senf und Saucen im US-Bundesstaat Tennessee mit 150 Mitarbeiter soll nach seinen Worten im Sommer in Betrieb gehen.

Das familiengeführte Unternehmen Develey produziert unter anderem Löwensenf und Bautz'ner und beliefert die Fast-Food-Kette McDonald's mit Saucen. Die Firma hat einen Jahresumsatz von 400 Millionen Euro.

Die Verbände der Lebensmittelindustrie setzen große Hoffnungen in das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP. Nicht so der Chef von Develey. "Ein Scheitern von TTIP würde uns wohl keine Nachteile bringen", sagt Durach.

Gemeinsame Standards in der Lebensmittelindustrie in den USA und der EU seien zwar wünschenswert, ergänzt er. "Wichtig ist dabei aber, dass man sich auf höhere Standards einigt und nicht auf niedrigere", so Durach. Ein Bestreben um höhere Standards habe er in den bisherigen Gesprächen jedoch nicht erkennen können. "Da geht es dann wohl eher um die Frage, wie viel Rückschritte wir in Kauf nehmen müssten", fügt der Durach hinzu.

© SZ.de/bbr

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