Schweizer Großbank UBS zahlt 885 Millionen Dollar an US-Aufsichtsbehörde

Nachwirkungen der Immobilienkrise: Eine amerikanische Aufsichtsbehörde hatte UBS angeklagt, Fannie Mae und Freddie Mac beim Verkauf von Hypotheken-Papieren über deren Wert getäuscht zu haben. Nun muss die Schweizer Bank 885 Millionen Dollar zahlen - doch bekennt sich trotzdem nicht schuldig.

Die Schweizer Großbank UBS hat ihren Rechtsstreit in den USA über umstrittene Hypothekengeschäfte durch eine Zahlung von 885 Millionen Dollar beigelegt. Die für die beiden größten staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zuständige Aufsichtsbehörde FHFA (Federal Housing Finance Agency) gab den Vergleich bekannt.

Demnach zahlt UBS rund 415 Millionen Dollar an Fannie Mae und 470 Millionen Dollar an Freddie Mac. Im Gegenzug lässt die FHFA ihre Vorwürfe fallen, dass Schweizer Geldhaus habe die beiden auf dem Höhepunkt der Immobilienblase mit Hypotheken-Geschäften getäuscht. Schon 2011 hatte die FHFA die Schweizer Großbank angeklagt, beim Verkauf von Hypotheken-Papieren falsche Angaben über die Kreditwürdigkeit der Schuldner gemacht zu haben. Auch gegen siebzehn andere Banken erhob die amerikanische Aufsichtsbehörde damals Anklage.

UBS hatte am Montag mitgeteilt, dass die Bank einen Vergleich erzielt hätte - unklar war bisher aber noch, wieviel sie zahlen muss. Der Vergleich sei im besten Interesse der Kunden und der Anteilseigner, sagte nun eine Sprecherin des Schweizer Kreditinstitutes nach Berichten des Wall Street Journal. Die Einigung bedeute aber kein Schuldeingeständnis der UBS, hieß es weiter.

Auch die FHFA scheint mit dem Vergleich zufrieden: "Die Lösung schafft mehr Klarheit und Sicherheit auf dem Markt", sagte Edward De Marco, geschäftsführender Direktor der FHFA der Zeitung.

Im Januar hatten die US-Aufseher einen Vergleich mit General Electric und im Mai mit der Citigroup erzielt, damals blieb die Höhe der Zahlungen allerdings geheim.

Fannie Mae und Freddie Mac hatten nach dem Platzen der US-Immobilienblase 2008 durch die schlechten Hypotheken-Papiere Verluste in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar erlitten. Daraufhin mussten sie verstaatlicht werden.